25 March 2026, 22:34

Göttinger Dachverband kämpft für bezahlbare und selbstverwaltete Wohnprojekte

Ein Schulgebäude mit einem Schild, auf dem "Ecole Communale" steht, mit einem Schuppen mit Säulen, Bänken, Treppen mit Geländern, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Göttinger Dachverband kämpft für bezahlbare und selbstverwaltete Wohnprojekte

Neuer gemeinnütziger Verband in Göttingen gestartet: Unterstützung für selbstverwaltete Wohnprojekte und Schutz vor Reprivatisierung

Am 15. März 2023 hat sich der Dachverband Selbstverwalteter Wohnprojekte Göttingen mit einem Erzählcafé im lokalen Veranstaltungsort OM10 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Initiative vereint elf mietergetragene Wohnprojekte in der Stadt und der Umgebung. Ihr Ziel: Beratung, finanzielle Förderung und rechtlichen Beistand für alle, die sich für bezahlbaren, gemeinschaftlich kontrollierten Wohnraum einsetzen.

Die Wurzeln des Verbands reichen Jahrzehnte zurück – mit Leuchtturmprojekten wie dem Kreuzbergring 10/12 (KBR10/12), das in den 1970er-Jahren besetzt wurde. Nach einer Zwischenphase unter der Verwaltung des Göttinger Studentenwerks erwarben die Bewohner:innen 2021 schließlich das volle Eigentum. Heute steht das Haus neben anderen vollständig in Mieterhand befindlichen Gebäuden wie der Bürgerstraße 50a sowie der Goßlerstraße 17/a und 21.

Hinzu kommen sechs weitere linke Häuser in der Roten Straße, die saniert und im Rahmen eines Mietkaufmodells an Mieter:innen übergeben wurden. Keines der elf Mitgliedshäuser wurde jedoch in den 1970er-Jahren besetzt – alle befinden sich heute im vollständigen Besitz ihrer Bewohner:innen.

Die Auftaktveranstaltung, ein Erzählcafé, sollte an Göttingens lange Tradition des Wohnungsaktivismus erinnern – von der "Bleiben!"-Kampagne 2007 bis zu den Auseinandersetzungen um selbstverwaltete Häuser 2017. Der Verband will künftig als Anlaufstelle für Wohnraumsuchende dienen und steht bereits mit Bewohner:innen zweier weiterer Häuser in Verhandlungen, die ihre Immobilien erwerben möchten.

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Um die Arbeit langfristig zu sichern, zahlen die Mitgliedprojekte einen jährlichen Solidaritätsbeitrag. Die Mittel fließen in Gutachten oder direkte Kredite für Projekte in Not. Zudem wird der Verband in den Satzungen der Häuser verankert – als Schutzstruktur, inspiriert vom Mietshäuser-Syndikat, aber auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten.

Mit der offiziellen Eintragung ist der Dachverband nun startbereit, um seine Reichweite auszubauen. Durch gebündelte Ressourcen und Expertise will er langfristige Bezahlbarkeit sichern und den Verlust selbstverwalteten Wohnraums in Göttingen verhindern. Die nächsten Schritte umfassen die Unterstützung neuer Initiativen sowie den Ausbau von Schutzmechanismen für bestehende Projekte.

Quelle