Transferpoker um Simon Pytlick: Flensburg und Berlin liefern sich öffentlichen Machtkampf
Lidia HartungTransferpoker um Simon Pytlick: Flensburg und Berlin liefern sich öffentlichen Machtkampf
Ein erbitterter Transferstreit ist zwischen der SG Flensburg-Handewitt und den Füchsen Berlin um den dänischen Handballstar Simon Pytlick entbrannt. Der 26-jährige Rückraumspieler steht zwar noch bis 2027 bei Flensburg unter Vertrag, hat jedoch eine Ausstiegsklausel für einen Wechsel nach Berlin aktiviert. Nun liefern sich beide Vereine einen öffentlichen Streit über Ablösesummen, Vertrauen und den Zeitpunkt seines Abgangs.
Medienberichten zufolge könnte die mögliche Ablösesumme eine Million Euro übersteigen, doch Verantwortliche beider Seiten wiesen solche Zahlen als unrealistisch zurück. Noch im April 2025 schien Pytlicks Zukunft geklärt, als er einen großen Vertragsverlängerung in Flensburg unterzeichnete und damit seine Rolle als Schlüsselfigur festigte. Er trug maßgeblich zu spektakulären Siegen bei, darunter ein 40:39-Erfolg, und galt als tragende Säule des Teams. Doch seitdem hat sich das Verhältnis verschlechtert.
In einem aktuellen Interview mit dem dänischen Sender TV2 räumte Pytlick ein, das Vertrauen in die Führung von Flensburg verloren zu haben. Sein Nationalmannschaftskollege und künftiger Füchse-Berlin-Spieler Mathias Gidsel zeigte öffentlich Verständnis für ihn und nannte die Situation "schwer zu ertragen, wenn man von außen zusieht".
Die Füchse Berlin legten ein kühnes Angebot für Pytlick vor, betonen jedoch, nicht überzahlen zu wollen – schon gar nicht für nur eine Saison. Sowohl der Spieler als auch der Berliner Klub drängen auf einen vorzeitigen Wechsel, doch offizielle Verhandlungen fanden bisher nicht statt. Flensburgs Sportdirektor Ljubomir Vranjes bezeichnete die gerüchteweise genannte siebenstellige Summe als "völlig überzogen" – eine Einschätzung, der sich auch Füchse-Präsident Bob Hanning anschloss.
Die Vereinsführung kündigte nun ein direktes Gespräch mit Pytlick an, um dessen Position zu klären. Bis dahin bleibt die Pattsituation bestehen, ohne dass vor Aktivierung der Ausstiegsklausel 2027 eine Lösung in Sicht ist. Pytlick bleibt zwar bis Sommer 2027 an Flensburg gebunden, doch sein Wechsel nach Berlin scheint unvermeidlich. Der Streit hat Spannungen um Geld, Timing und Vertrauen offenbart. Derweil verhandelt keine der beiden Seiten – der Spieler bleibt bis zu weiteren Gesprächen in der Schwebe.






