26 March 2026, 12:32

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischer Debatte

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor einem Gebäude mit Fenstern und einem bewölkten Himmel.

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischer Debatte

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Zusammenarbeit mit der Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin der Reportagereihe "Klar" beendet. Die Entscheidung folgt einer öffentlichen Debatte über ihre politischen Ansichten und Medienauftritte. Ruhs, die sich selbst als konservativ-bürgerlich einordnet, wird sich künftig auf die Präsentation der Sendung beim Bayerischen Rundfunk (BR) konzentrieren.

Aus den Reihen anderer Sender gab es sowohl Kritik als auch Unterstützung: Während Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, den Schritt des NDR infrage stellte, verteidigte die Komikerin Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse bzw. Bosetti) die Entscheidung als notwendige Abgrenzung gegen Populismus.

Ruhs hatte "Klar" seit ihrem Aufstieg von der BR-Volontärin zur Moderatorin innerhalb von nur drei Jahren für den NDR präsentiert. Der Sender hatte alle drei von ihr eingereichten Folgen abgesegnet, doch wuchsen die Bedenken angesichts ihrer öffentlichen Äußerungen. In einem Interview mit dem Magazin "Cicero" im Jahr 2023 erklärte sie: "Selbst einige meiner Freunde haben durchaus rechte Ansichten." Zudem veröffentlichte Ruhs das Buch "Links-grüne Meinungsmacht: Die Spaltung unseres Landes", das ihren Ruf als Kritikerin dessen festigte, was sie als mediale Voreingenommenheit wahrnimmt.

Die Trennung von Ruhs löste in den deutschen Medien unterschiedliche Reaktionen aus. Oliver Welke zeigte in der ZDF-heute show einen Ausschnitt aus dem "Cicero"-Interview und argumentierte, der NDR hätte Ruhs behalten sollen. Zwar räumte er ein, dass ihre Kolumnen für "Focus" mitunter provokant seien, doch habe der Sender überreagiert. Idil Baydar hingegen unterstützte die NDR-Entscheidung und nannte "Populismus und schlechten Journalismus" als Gründe für die Distanzierung.

Ruhs selbst reagierte auf X (ehemals Twitter) mit den Worten: "Ein bisschen fies, aber sehr lustig – die ZDF heute show hat zusammengefasst, was letzte Woche bei der ARD passiert ist." Trotz der Trennung bleibt sie Moderatorin von "Klar" beim BR. Der NDR hat bereits Tanit Koch als ihre Nachfolgerin für künftige Folgen benannt.

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Der Fall verdeutlicht die Spannungen zwischen politischer Positionierung und den Ansprüchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Während Ruhs weiterhin für den BR tätig ist, setzt der NDR mit Tanit Koch an der Spitze von "Klar" auf einen Neuanfang. Die Diskussion um ihren Abgang spiegelt die größeren Debatten über Medienneutralität und redaktionelle Unabhängigkeit in Deutschland wider.

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