ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – INSM übt scharfe Kritik
Lidia HartungARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – INSM übt scharfe Kritik
Ein neuer Bericht kritisiert die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF dafür, in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen zu vernachlässigen. Die von der Wirtschaft unterstützte Initiative INSM wirft den Sendern vor, dass die Auseinandersetzung mit Wirtschaftsfragen deutlich zurückgegangen sei – selbst in einer Phase des wirtschaftlichen Abschwungs. Die Analyse zeigt, dass in Formaten wie hart aber fair oder Maischberger Unternehmerstimmen kaum zu Wort kämen.
2025 widmeten sich nur noch 20 Prozent der Talkshows der Wirtschaftspolitik – ein Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Die INSM untersuchte 284 Folgen und stellte fest, dass sich keine der ARD- und ZDF-Sendungen im Jahr 2025 ausschließlich mit Wirtschaftspolitik beschäftigte – ein Thema, das auch in den Vorjahren nur selten behandelt worden war.
Wenn wirtschaftliche Fragen überhaupt thematisiert wurden, fehlten oft Vertreter der Wirtschaft. In hart aber fair befanden sich in 39 Prozent der Folgen wirtschaftliche Themen, doch in 32 Prozent dieser Sendungen waren keine Gäste aus der Wirtschaft vertreten. Noch deutlicher war das Ungleichgewicht bei Maischberger: Hier verzichteten 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen auf eine unternehmerische Perspektive.
Die Gästelisten waren stark dominiert von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent). Unternehmer machten lediglich 5 Prozent der Teilnehmer aus, Vertreter aus der Industrie nur 2 Prozent. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben warf den Sendern vor, ihrer Pflicht zu ausgewogener Berichterstattung nicht nachzukommen. Er argumentierte, dass der Ausschluss von Wirtschaftsvertretern ein umfassendes Verständnis der wirtschaftlichen Herausforderungen verhindere.
Alsleben forderte, in Talkshows mehr Stimmen aus der Wirtschaft einzubinden. Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft – die INSM wirft den Sendern vor, ein zentrales öffentliches Anliegen zu ignorieren.
Der Bericht offenbart einen deutlichen Rückgang wirtschaftlicher Debatten in den wichtigsten Talkformaten. Da Vertreter der Wirtschaft nur selten eingeladen werden, besteht die INSM auf eine Kurskorrektur der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Ergebnisse deuten auf eine Kluft zwischen der Programmgestaltung und den wirtschaftlichen Realitäten des Landes hin.






