Wirtschaftsexperte warnt vor Inflation durch explodierende Spritpreise in Deutschland
Lidia HartungWirtschaftsexperte warnt vor Inflation durch explodierende Spritpreise in Deutschland
Ein führender Wirtschaftswissenschaftler hat angesichts der Spannungen im Iran und der damit verbundenen steigenden Energiepreise Bedenken zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands geäußert. Jens Südekum warnte, dass höhere Spritpreise das Wachstum bremsen und die Inflation weiter anheizen könnten. Seine Aussagen fallen in eine Phase, in der die Kosten für Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen innerhalb weniger Wochen um etwa ein Fünftel gestiegen sind.
Südekum bezeichnete das kürzlich von der Regierung beschlossene Entlastungspaket für Kraftstoffpreise als angemessene Reaktion auf den aktuellen Preisschub. Er betonte, dass der Umfang der Unterstützung der deutlichen Kostensteigerung entspreche, mit der Autofahrer und Unternehmen konfrontiert seien. Gleichzeitig machte er klar, dass der Staat nicht als genereller Schutzschild gegen jeden Preisanstieg fungieren könne.
Der Ökonom wies zudem auf die Folgeeffekte der steigenden Energieausgaben hin. Höhere Transportkosten, erklärte er, würden voraussichtlich auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben und so die Haushaltsbudgets zusätzlich belasten. Angesichts der bereits hohen Inflation drohe sich die Lage weiter zu verschärfen, falls sich die Krise hinzieht.
Auf die Frage nach möglichen langfristigen Lösungen verwies Südekum auf das regulierte Preismodell für Kraftstoffe in Luxemburg als denkbares Vorbild. Zusätzliche Notfallmaßnahmen schlug er jedoch nicht vor und verwies darauf, dass Dauer und Ausmaß der Krise weiterhin unvorhersehbar seien. Die Regierung, so Südekum weiter, könne die Wirtschaft nicht vollständig vor externen Schocks abschirmen – sie könne lediglich deren schlimmste Auswirkungen abfedern.
Allein in Deutschland sind die Spritpreise um etwa 20 Prozent gestiegen, was Sorgen vor einer breiten wirtschaftlichen Belastung schürt. Zwar zielen die aktuellen Entlastungsmaßnahmen darauf ab, die Lasten zu verringern, doch Südeums Warnungen deuten auf härtere Herausforderungen hin, sollte der Anstieg der Energiepreise anhalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob weitere Eingriffe oder alternative Preisstrategien erforderlich werden.






