Wirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer globaler Krise durch Golfkonflikt-Preisschock
Lidia HartungWirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer globaler Krise durch Golfkonflikt-Preisschock
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt vor einer neuen globalen Krise, ausgelöst durch den Preisschock im Zuge des Golfkonflikts. Er drängt nun auf dringende makroökonomische Maßnahmen, um schwere wirtschaftliche Folgen abzuwenden.
Trugers Vorschläge umfassen gezielte Finanzhilfen, Preisobergrenzen sowie eine abgestimmte Reaktion der EU, um besonders gefährdete Mitgliedstaaten vor den schlimmsten Auswirkungen zu schützen. Die eskalierenden Spannungen im Golf haben Befürchtungen vor einem erneuten inflationsgetriebenen Preisschub geschürt. Truger fordert sofortige Schritte, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen – etwa die zögerliche Reaktion auf die Ukraine-Krise 2022, als die Inflation auf über 10 Prozent hochschnellte.
Um diese Maßnahmen zu finanzieren, schlägt er vor, die strengen deutschen Schuldenbremse-Regeln vorübergehend auszusetzen. Stattdessen plädiert er für die Aktivierung der Notfallklausel, um zeitlich befristete Unterstützungsprogramme zu finanzieren. Ein zentraler Vorschlag ist ein steuer- und sozialabgabenfreier Inflationsausgleichsbonus, der einmalige Zahlungen fördern soll, ohne langfristigen Lohndruck zu entfachen.
Zudem will Truger Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wieder einführen, ergänzt um Deckel für Sprit- und Lieferkettenkosten. Diese Schritte zielen darauf ab, übermäßige Preisanstiege zu verhindern, die Verbraucher und Unternehmen hart treffen würden. Darüber hinaus mahnt er die Europäische Zentralbank (EZB), vorzeitige Zinserhöhungen zu vermeiden, die die wirtschaftliche Abkühlung verschärfen könnten.
Auf EU-Ebene setzt sich Truger für gemeinsame Hilfsmechanismen ein, um Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten zu unterstützen. Er betont, dass ohne abgestimmtes Vorgehen die Krise vertieft werden könnte – insbesondere für Länder, denen die finanziellen Mittel für eine wirksame Gegenwehr fehlen.
Die EZB hingegen hat die Zinsen vorerst stabil gehalten, signalisiert jedoch Bereitschaft zu schnellem Handeln, sollten sich Inflationsrisiken verstärken. Nach Kritik an ihrer zögerlichen Reaktion auf den Energieschock 2022 scheint die Bank entschlossen, ähnliche Verzögerungen zu vermeiden. Während der COVID-19-Pandemie hatte sie die Geldpolitik mit Maßnahmen wie Anleihenkäufen ausgeweitet, doch die aktuelle Haltung ist deutlich zurückhaltender.
Trugers Konzepte konzentrieren sich auf kurzfristige Entlastung und koordinierte fiskalpolitische Maßnahmen, um einen langanhaltenden Wirtschaftsabschwung zu verhindern. Seine Warnungen unterstreichen die Notwendigkeit rascher politischer Anpassungen, um eine Wiederholung vergangener Inflationskrisen zu vermeiden.
Die nächsten Schritte der EZB werden genau beobachtet – ihre Entscheidungen könnten die Märkte stabilisieren oder die ohnehin fragile Erholung weiter belasten.






