07 April 2026, 16:29

Warum Unternehmen zu lange nach Mitarbeitern suchen – und am Ende mehr zahlen

Liniengraph, der Trends in der Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangebote und Kündigungen über die Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Unternehmen zu lange nach Mitarbeitern suchen – und am Ende mehr zahlen

Eine neue Studie legt nahe, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter einzustellen, weil sie die angemessenen Löhne falsch einschätzen. Forscher fanden heraus, dass unklare Gehaltsvorstellungen – und nicht nur ein Mangel an Bewerbern – die Personalbeschaffung verzögern und die Löhne in die Höhe treiben können. Die Ergebnisse stellen die Annahme infrage, dass eine einfache Erhöhung der Löhne immer die beste Lösung für Einstellungsprobleme ist.

Die Ökonomen Benjamin Friedrich, Alison Zhao und Michal Zator entwickelten ein mathematisches Modell, um zu untersuchen, warum Unternehmen mit Verzögerungen bei der Einstellung konfrontiert sind. Ihre Forschung zeigte, dass Firmen oft keine genauen Informationen über marktübliche Löhne haben, was zu längeren Suchprozessen führt. Diese Unsicherheit war der entscheidende Faktor für die Einstellungsschwierigkeiten – selbst dann, wenn ausreichend Arbeitskräfte verfügbar waren.

Das Team analysierte Daten der Bundesagentur für Arbeit und stellte fest, dass wachstumsstarke Unternehmen die größten Probleme hatten, Stellen zu besetzen. Überraschenderweise führten längere Suchphasen nicht zu niedrigeren, sondern zu höheren Löhnen. Das Modell sagte zudem voraus, dass Unternehmen mehr Zeit benötigen würden, um die Bezahlung für weniger zentrale Positionen anzupassen oder wenn die lokale Belegschaft räumlich verteilt war.

Drei zusätzliche Faktoren verbesserten die Übereinstimmung des Modells mit den realen Daten: die Zurückhaltung, die Löhne bestehender Mitarbeiter zu erhöhen, die Schwierigkeit, Gehälter später zu kürzen, und das begrenzte Wissen über alternative Jobmöglichkeiten. Zwar spielten Suchreibungen – etwa dass Unternehmen nicht alle Bewerber auf einmal sehen – eine Rolle, doch erklärten sie die Verzögerungen nicht vollständig. Im Januar 2026 gaben 88 % der kleinen Unternehmen an, kaum oder keine qualifizierten Bewerber zu finden, doch die Studie deutet darauf hin, dass unsichere Lohnvorstellungen das Problem verschärfen könnten.

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Die Forschung unterstreicht, wie mangelnde Informationen über Löhne die Einstellung verlangsamen und die Produktivität mindern können – selbst bei finanziell stabilen Unternehmen. Wenn Firmen die Gehaltserwartungen unterschätzen, enden sie oft damit, nach langen Suchprozessen höhere Löhne zu zahlen. Die Ergebnisse legen nahe, dass bessere Marktdaten Unternehmen helfen könnten, schneller wettbewerbsfähige Löhne festzulegen und unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Quelle