17 March 2026, 08:28

Wacker Chemie kämpft 2025 mit Rekordverlust und drastischen Sparmaßnahmen

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wacker Chemie kämpft 2025 mit Rekordverlust und drastischen Sparmaßnahmen

Wacker Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit rückläufigen Umsätzen und hohen Verlusten

Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsergebnis gemeldet: Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Zudem verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro, bedingt durch Sonderbelastungen und einen deutlichen Gewinnrückgang. Als Reaktion darauf hat der Konzern ein umfassendes Sparprogramm gestartet, das weltweit mehr als 1.500 Arbeitsplätze kostet.

Die finanziellen Probleme des Unternehmens wurden besonders an den stark gesunkenen Erträgen vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) deutlich, die um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro einbrachen. Der Nettoverlust von 805 Millionen Euro ist vor allem auf Wertberichtigungen und Sonderabschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro zurückzuführen. Infolgedessen werden Vorstand und Aufsichtsrat vorschlagen, für 2025 keine Dividende auszuschütten.

Als Gründe für den Leistungsrückgang nannte das Unternehmen geringere Absatzmengen, gesunkene Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Hinzu kamen die anhaltend hohen Energiepreise in Deutschland, die die Situation zusätzlich belasteten. Um gegenzusteuern, startete Wacker Chemie im Oktober 2025 das Programm PACE – die größte Kostensenkungsinitiative in der Unternehmensgeschichte. Damit sollen jährlich über 300 Millionen Euro eingespart werden, unter anderem durch den Abbau von mehr als 1.500 Stellen, vor allem in Deutschland, sowie durch die Straffung der Produktion.

Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem moderaten Wachstum: Der Umsatz soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen, das EBITDA wird auf 550 bis 700 Millionen Euro prognostiziert. Im ersten Quartal wird ein Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro erwartet – leicht unter dem Vorjahreswert, bedingt durch Währungseffekte. Strategisch setzt Wacker Chemie künftig stärker auf hochmargige Spezialchemikalien, erweitert die Produktion von hochreinem Polysilizium für Halbleiter am Standort Burghausen um über 50 Prozent und investiert in biotechnologische Anwendungen. Die Sparte Biosolutions soll im kommenden Jahr ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich sowie ein EBITDA von 30 Millionen Euro erzielen.

Mit der Umstrukturierung strebt Wacker Chemie an, mittelfristig wieder profitabel zu arbeiten. Treiber der Erholung sollen Spezialprodukte, Halbleitermaterialien und biotechnologische Innovationen sein. Kurzfristig stehen jedoch Kostensenkungen und strategische Neuausrichtungen im Vordergrund, um die schwierige finanzielle Phase zu überwinden.

Quelle