VW plant radikale Produktionskürzungen – doch Porsche bleibt verschont
H.-Dieter HuhnVW plant radikale Produktionskürzungen – doch Porsche bleibt verschont
Volkswagen plant massive Einschnitte in der europäischen Produktion
Konzerchef Blume hat vier Werke wegen überhöhtter Kosten ins Visier genommen – allein in Neckarsulm liegen die Stückkosten bei fast 6.200 Euro pro Fahrzeug. Zwickau soll seine Kosten bis 2025 zwar auf unter 4.500 Euro pro Auto drücken, Emden bleibt jedoch rund 1.000 Euro darüber. Doch das eigentliche Problem ist laut Der Spiegel nicht nur die hohe Kostenlast, sondern der Mangel an zukünftigen Produktionsaufträgen. Interne Prognosen deuten darauf hin, dass diese Standorte möglicherweise nur noch bis in die frühen 2030er Jahre betrieben werden.
Statt Werksschließungen – von Blume als „schlechteste und teuerste Option“ abgetan – setzt der Konzern auf Kooperationen mit der Rüstungsindustrie oder chinesischen Automobilherstellern, um Überkapazitäten abzufedern. Das Porsche-Werk in Leipzig, wo die Kosten mit über 6.500 Euro pro Fahrzeug noch höher liegen, bleibt dagegen unbehelligt. Der Premiumstatus der Marke und individualisierte Modelle wie der 911 scheinen das Werk vor Sparmaßnahmen zu schützen.
Bisher teilen sich Audi und Porsche keinen deutschen Produktionsstandort, und keine der beiden Marken musste Maßnahmen wie die Streichung von Arbeiterpausen umsetzen. Während Volkswagen beim Sparen auf die Bremse tritt, bleiben die Luxusmarken des Konzerns weitgehend verschont.
Ziel der Kürzungen ist es, die europäische Produktion um fast zwei Werkskapazitäten zu reduzieren. Standorte wie Emden und Zwickau stehen nicht nur wegen der hohen Kosten, sondern auch wegen ausbleibender Folgeaufträge vor einer ungewissen Zukunft. Die Premiummarken wie Porsche hingegen arbeiten weiter – ohne den gleichen Kostendruck.






