09 May 2026, 22:27

Biennale Venedig 2025: Boykott-Skandal und ein neues Publikumsvotum für die Goldenen Löwen

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulenreichen Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Biennale Venedig 2025: Boykott-Skandal und ein neues Publikumsvotum für die Goldenen Löwen

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Teilnehmenden unter dem Motto In Moll ihre Tore geöffnet. Bis zum 22. November umfasst die Veranstaltung 31 Begleitausstellungen. Doch eine Kontroverse überschattet das Festival, nachdem eine internationale Jury zwei teilnehmende Länder boykottiert hat.

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Der Boykott richtete sich gegen Israel und Russland, deren Führungspersonen sich Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenübersehen. Alle fünf Jurymitglieder traten zurück, woraufhin die Organisatoren gezwungen waren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben und stattdessen ein neues Publikumsvotum einzuführen.

Der russische Pavillon der Biennale, betitelt Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel, präsentiert unter der Kuratorin Anastasiia Karneeva rund 40 Künstlerinnen und Künstler. Israels Ausstellung Rose des Nichts zeigt Werke des Künstlers Belu-Simion Fainaru, kuratiert von Michael Gov zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller.

Portugal ist mit RedSkyFalls von Alexandre Estrela im Palazzo Fondaco Marcello vertreten. Estrela hat öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels kritisiert und sich Forderungen nach ihrem Ausschluss angeschlossen. Auch Brasilien und Osttimor repräsentieren in diesem Jahr die lusophone Welt auf der Biennale.

Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Boykott ab und beriefen sich auf institutionelle Neutralität. Trotz der Kritik läuft das Festival mit seinem vollständigen Programm weiter – nun inklusive des neuen Löwen der Besucher, der durch Publikumswahl vergeben wird.

Die Biennale Venedig 2025 dauert bis Ende November an und zeigt Beiträge aus 100 Ländern. Der Rücktritt der Jury und das neue Preisvergabe-System durch Publikumsvotum markieren einen Wandel in der Entscheidungsfindung. Unterdessen bleiben die Debatten über Teilnahmebedingungen und politische Neutralität ungelöst.

Quelle