10 April 2026, 14:34

Verlagsgruppe Aschendorff verkauft Traditionstitel an Rheinische Post

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung" und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung beim Feiern.

Verlagsgruppe Aschendorff verkauft Traditionstitel an Rheinische Post

Die Verlagsgruppe Aschendorff hat ihre Zeitungstitel an die Rheinische Post Mediengruppe mit Sitz in Düsseldorf verkauft. Der im März 2026 abgeschlossene Deal umfasst bekannte Regionalzeitungen wie die Westfälischen Nachrichten und das Westfalen-Blatt. Die Entscheidung wurde von den Familiengesellschaftern der neunten Generation, Benedikt und Eduard Hüffer, getroffen, die die Mehrheit am Unternehmen halten.

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Der Verkauf betrifft zwei Haupttitel mit einer kombinierten verkauften Auflage von etwa 152.300 Exemplaren. Unter Einbeziehung der Partnerverlage beläuft sich die Gesamtreichweite auf rund 203.300 Exemplare. Statt den höchsten Gebotspreis anzustreben, legten die Hüffers Wert auf einen Käufer, der ihre Werte teilt – insbesondere die redaktionelle Unabhängigkeit und die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden.

Ein Bieterwettstreit fand nicht statt. Stattdessen blieben die Verhandlungen exklusiv mit der Rheinische Post Mediengruppe, während andere potenzielle Interessenten wie Funke und Mediahuis ausgeschlossen wurden. Die Familiengesellschafter entschieden sich bewusst für einen Partner, dessen redaktionelle Ausrichtung zum kulturellen und gesellschaftlichen Gefüge der Regionen passt, in denen die übernommenen Titel erscheinen.

Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Insider rechnen jedoch mit einem zügigen Freigabeverfahren. Finanzielle Gewinne standen für die Hüffers nicht im Vordergrund – sie lehnten höhere Angebote ab, um die langfristige Stabilität und redaktionelle Freiheit der Publikationen zu sichern.

Die Transaktion markiert das Ende einer Ära für die Familie Hüffer, die seit neun Generationen im Verlagswesen tätig ist. Die Rheinische Post Mediengruppe übernimmt nun die Geschäfte und wird die redaktionelle Linie der Titel bewahren. Der Schritt unterstreicht die bewusste Entscheidung, den lokalen Journalismus über finanzielle Gewinne zu stellen.

Quelle