U-Bahn-Streit in Berlin: SPD-Fraktionschef attackiert Senatspläne für U7-Verlängerung in Spandau
H.-Dieter HuhnU-Bahn-Streit in Berlin: SPD-Fraktionschef attackiert Senatspläne für U7-Verlängerung in Spandau
Der Streit um die Pläne für den Berliner Nahverkehr hat sich zugespitzt, nachdem SPD-Fraktionschef Raed Saleh die Vorschläge von Verkehrssenatorin Ute Bonde scharf kritisiert hat. Hauptstreitpunkt ist die Entscheidung, die U-Bahn-Linie U7 in Spandau nicht zu verlängern – ein Schritt, den Saleh als ungerecht gegenüber benachteiligten Bevölkerungsgruppen brandmarkt. Unterdessen hat der regierende Bürgermeister Kai Wegner trotz finanzieller und struktureller Hindernisse Signalbereitschaft gezeigt, das Projekt erneut zu prüfen.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Verlängerung der U7, die eine Kosten-Nutzen-Analyse jenseits des U-Bahnhofs Spandau Rathaus als unwirtschaftlich eingestuft hat. Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, äußerte sich frustriert über die Ablehnung und argumentierte, dass damit die Anwohner Spandaus vernachlässigt würden, die dringend auf bessere Verkehrsanbindungen angewiesen seien. Er informierte Bürgermeister Wegner offiziell über seinen Widerstand und bestätigte, dass seine Fraktion den aktuellen Plan nicht unterstützen werde.
Senatorin Bonde verteidigte die Entscheidung mit Verweis auf Haushaltszwänge und technische Herausforderungen beim U-Bahn-Bau. Sie betonte, dass zunächst weitere Untersuchungen zur Systemauswahl und Streckenplanung notwendig seien, bevor Fortschritte möglich wären. Bondes Haltung steht damit im Kontrast zu Wegners Position, der wiederholt die Bedeutung besserer Anbindungen an Berlins äußere Bezirke – einschließlich der U7-Verlängerung – hervorgehoben hat.
Salehs Kritik geht über reine Kostenfragen hinaus: Er wirft dem Plan vor, besonders die verletzlichsten Bewohner Spandaus unverhältnismäßig zu benachteiligen. Trotz der Vorbehalte der Verkehrsverwaltung hält Wegner die Tür für künftige Gespräche über das Projekt offen.
Die Verlängerung der U7 bleibt damit vorerst in der Schwebe, während die politischen Gräben bestehen bleiben. Bonde pocht auf zusätzliche Studien vor einem weiteren Vorgehen, Wegner bekräftigt indes seine Unterstützung für bessere Verkehrsverbindungen in Spandau. Salehs Widerstand bedeutet, dass der aktuelle Vorschlag einen unsicheren Weg zur Genehmigung hat – Anwohner und Pendler müssen sich vorerst in Geduld üben.






