Teilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz stagnierender Sendungsmengen
H.-Dieter HuhnTeilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz stagnierender Sendungsmengen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter – trotz stagnierender Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Teilladungsverkehr (LTL-Logistik) sind weiterhin gestiegen, obwohl die Sendungsvolumina auf niedrigem Niveau verharren. Wie der aktuelle DSLV-Sammelgutkostenindex zeigt, stiegen die sendungsbezogenen Prozesskosten in der zweiten Jahreshälfte 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent. Trotz Bemühungen zur Kostendämpfung sehen sich Logistikdienstleister wachsendem finanziellen Druck von mehreren Seiten ausgesetzt.
Der halbjährlich veröffentlichte Index vergleicht die Entwicklung der Logistikkosten mit den Vorjahren. Die jüngsten Daten unterstreichen anhaltende Herausforderungen bei dem Versuch, Effizienzsteigerungen mit steigenden betrieblichen Anforderungen in Einklang zu bringen.
Die Betriebskosten in den LTL-Netzen kletterten um 4,2 Prozent, vor allem aufgrund von Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur. Während Maut- und Spritkosten weitgehend stabil blieben, blieben die Personalkosten mit einem Anteil von etwa 51 Prozent an den gesamten Sendungskosten der dominierende Kostentreiber. Allein die Lohnkosten stiegen um 3,7 Prozent und belasteten die Gewinnmargen zusätzlich.
Besonders stark zulegten die Kosten für Palettenhandling mit einem Plus von 6,4 Prozent, angetrieben durch einen Preissprung bei Paletten um 21 Prozent. Gleichzeitig weitete sich die Zahl der Umschlagterminals aus, was zu einem Rückgang der durchschnittlichen Sendungsmenge pro Depot um 3,3 Prozent führte. Dies deutet auf Bemühungen hin, die Abläufe zu optimieren – doch reichen diese nicht aus, um den allgemeinen Kostendruck auszugleichen.
Die Sendungsvolumina in den LTL-Netzen blieben nahezu unverändert und wiesen nur einen leichten Rückgang im Jahresvergleich auf. Der DSLV warnt, dass interne Effizienzmaßnahmen allein nicht mehr ausreichen könnten, um die steigenden Kosten zu bremsen. Auch externe Faktoren wie der allgemeine Energiepreisdruck spielen eine Rolle: So stiegen die Pelletpreise in Deutschland beispielsweise von 280,99 Euro pro Tonne im Juli 2024 auf 419,20 Euro pro Tonne im März 2026 – ein Anstieg von rund 49 Prozent.
Der aktuelle Kostenindex macht die finanzielle Belastung der deutschen Teilladungslogistik deutlich: Personalkosten, Palettenhandling und Infrastrukturinvestitionen treiben die Ausgaben in die Höhe. Da die Sendungsmengen kaum Schwankungen zeigen, hat die Branche nur begrenzte Spielräume für weitere Einsparungen. Die Unternehmen müssen sich nun in einem Umfeld behaupten, in dem Effizienzgewinne allein nicht ausreichen, um den wachsenden betrieblichen Anforderungen gegenzusteuern.






