Stuttgarter Apotheke nutzt erstmals papierlose Rezeptabrechnung per Scanacs-Plattform
Lidia HartungStuttgarter Apotheke nutzt erstmals papierlose Rezeptabrechnung per Scanacs-Plattform
Apotheke in Stuttgart als erste mit papierbasierten Rezeptabrechnungen über Scanacs bei der AOK Baden-Württemberg
Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste papierbasierte Rezepte über die Scanacs-Plattform mit der AOK Baden-Württemberg abgerechnet. Dies markiert einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung der Abwicklung von elektronischen und herkömmlichen Rezepten in Apotheken. Das neue System soll die Abrechnung beschleunigen, ohne den Arbeitsaufwand für das Personal zu erhöhen.
Hintergrund der Änderung sind Anpassungen im Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV) der AOK Baden-Württemberg. Demnach müssen Apotheken künftig ein einheitliches Standardverfahren für die Abrechnung aller Rezepte nutzen – unabhängig davon, ob diese digital oder auf Papier vorliegen. Scanacs hat seine Plattform entsprechend angepasst, sodass Apotheken beide Rezeptarten innerhalb desselben Monats einreichen können.
Bis zum Ende der Übergangsphase hatten bereits rund 1.200 der etwa 2.100 Apotheken in der Region auf das Scanacs-System umgestellt. Eine Stuttgarter Apotheke rechnete im Januar Muster-16-Rezepte im Wert von über 80.000 Euro ab, darunter ein einzelnes Hochpreisrezept von mehr als 40.000 Euro – allesamt erfolgreich beglichen.
Das System setzt keine Grenzen für die Häufigkeit der Abrechnung und garantiert Zahlungseingänge innerhalb von zehn Tagen. Apotheken können die Abrechnung entweder selbst vornehmen oder ein Clearingzentrum nutzen; entscheiden sie sich für Letzteres, müssen jedoch alle Forderungen des Monats darüber abgewickelt werden. Viele Apotheken bevorzugen diesen Weg, da er die Bearbeitung teurer Papierrezepte beschleunigt.
Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein. Das Unternehmen steht bereits in Verhandlungen mit anderen Krankenkassen, um das Modell auszuweiten. Ziel ist es, den Prozess vor Ende der Übergangsphase zur Routine zu machen – ohne dass Apotheken neue Scanner installieren müssen.
Die neue Abrechnungsmethode spart Apotheken zusätzliche Arbeitsschritte und sorgt für schnellere Zahlungen. Mit fast 60 Prozent der baden-württembergischen Apotheken, die bereits an Bord sind, könnte das System bald zum Standard werden. Scanacs führt weiterhin Gespräche, um diesen Ansatz auch bei weiteren Krankenkassen in ganz Deutschland einzuführen.






