04 April 2026, 22:28

Rezeptfreie Medikamente: Warum Online-Apotheken bis zu 30 Prozent günstiger sind

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen."

Rezeptfreie Medikamente: Warum Online-Apotheken bis zu 30 Prozent günstiger sind

Eine aktuelle Untersuchung von NDR Markt hat erhebliche Preisdifferenzen zwischen lokalen Apotheken und Online-Händlern bei rezeptfreien Medikamenten aufgedeckt. Drei weitverbreitete Produkte – Voltaren Schmerzgel forte, Vomex A Tabletten und Iberogast Classic – wurden in einer traditionellen Apotheke sowie bei zwei großen Online-Anbietern verglichen. Die Ergebnisse zeigen: Wer online kauft, kann deutlich sparen – bei manchen Artikeln beträgt der Unterschied fast ein Drittel des stationären Preises.

Besonders auffällig war die Preisspanne bei Voltaren Schmerzgel forte (150 g), das in der Elefanten-Apotheke für 30,48 Euro angeboten wird, bei Shop Apotheke jedoch nur 20,39 Euro kostet. Auch Vomex A Tabletten (20 Stück) sind mit 8,95 Euro vor Ort teurer als online, wo sie für 6,55 Euro erhältlich sind. Iberogast Classic (20 ml) folgte diesem Trend: In der Apotheke vor Ort kostet es 13,95 Euro, bei Shop Apotheke dagegen 10,89 Euro – DocMorris unterbot diesen Preis sogar um 44 Cent. Insgesamt waren die drei Artikel bei der Elefanten-Apotheke 15,18 Euro teurer als beim günstigsten Online-Anbieter.

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Beide Online-Apotheken ermöglichten Direktbestellungen ohne vorherige Beratung, setzten jedoch bei Großbestellungen Sicherheitsmechanismen ein. Die Lieferzeiten waren zudem kurz: Die Bestellungen trafen bereits nach zwei Werktagen ein. Diese Effizienz ist das Ergebnis massiver Investitionen der Online-Händler, darunter Kooperationen mit lokalen Apotheken zur Beschleunigung der Logistik.

Die Untersuchung erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland weiter steigen. Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen stiegen von 37,7 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 41,04 Milliarden Euro 2019 – ein Trend, der seit 25 Jahren anhält. Allein 2021 erhöhten sich die Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel um 5 Prozent, getrieben von Inflation und einer gestiegenen Nachfrage nach Medikamenten zur Behandlung chronischer Erkrankungen. Anders als Online-Apotheken unterliegen lokale Apotheken festen Preisvorgaben und können ihre Kosten nicht eigenständig anpassen.

Obwohl Online-Apotheken niedrigere Preise und schnelle Lieferungen bieten, bleiben stationäre Apotheken laut dem Ökonomen Sascha Raithel unverzichtbar – insbesondere bei dringenden Rezeptbedarfen. Die Studie zeigt, wie Verbraucher durch den Vergleich verschiedener Angebote sparen können. Langfristig bleibt jedoch unklar, welche Auswirkungen dies auf traditionelle Apotheken und ihre Rolle im Gesundheitssystem haben wird.

Quelle