Rehlinger fordert Steuerreform: Entlastung für 95 Prozent – aber nicht für alle
Lidia HartungRehlinger fordert Steuerreform: Entlastung für 95 Prozent – aber nicht für alle
Saarlands SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat vor einer entscheidenden Konferenz an diesem Freitag die steuerpolitischen Prioritäten ihrer Partei umrissen. Sie spricht sich für Reformen bei der Erbschaftsteuer und der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren aus, lehnt jedoch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (MWS) entschieden ab. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Lasten stärker auf Besserverdiener zu verlagern und gleichzeitig die meisten Steuerzahler zu entlasten.
Rehlinger kritisierte Pläne zur Anhebung der Mehrwertsteuer und warnte, dies würde die Lebenshaltungskosten für alle in die Höhe treiben. "Dagegen habe ich große Bedenken", betonte sie. "Das würde das Leben für die Menschen nur noch teurer machen, als es ohnehin schon ist." Stattdessen unterstützt sie den Vorstoß von Finanzminister Lars Klingbeil, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Sie unterstrich, dass bestehende Begünstigte ihre Vorteile behalten sollten, forderte aber eine Reform des Systems.
Bei der Erbschaftsteuer plädierte Rehlinger für eine gerechtere Gestaltung. "Es ist ungerecht, dass jemand, der ein paar hunderttausend Euro erbt, prozentual weit mehr zahlt als jemand, der Zehnmillionenbeträge vererbt bekommt", erklärte sie. Eine Anpassung der Steuersätze würde ihrer Ansicht nach für mehr Steuergerechtigkeit sorgen – und nicht nur die Staatseinnahmen erhöhen.
Ihr umfassender Plan sieht vor, die Einkommensteuer für 95 Prozent der Steuerzahler zu senken, während Spitzenverdiener stärker zur Kasse gebeten werden sollen. Die SPD wird diese Reformen auf ihrem Parteitag an diesem Freitag konkretisieren und damit die Agenda für die kommenden Monate setzen.
Rehlingers Position unterstreicht den Fokus auf Entlastungen für die Mehrheit der Steuerzahler bei gleichzeitiger stärkerer Heranziehung von Besserverdienern. Ihre Ablehnung von Mehrwertsteuererhöhungen steht im Kontrast zu ihrer Unterstützung für Änderungen bei Erbschafts- und Ehegattenbesteuerung. Der SPD-Parteitag in dieser Woche wird zeigen, wie es mit diesen Vorschlägen weitergeht.






