"Regio Pass": Drei Zeitungen testen digitales Abo-Bündel für Regionalnachrichten
Mia Stoll"Regio Pass": Drei Zeitungen testen digitales Abo-Bündel für Regionalnachrichten
Drei deutsche Zeitungen starten "Regio Pass" – Pilotprojekt für digitale Abo-Bündel
Drei deutsche Tageszeitungen haben den Regio Pass eingeführt, ein Pilotprojekt, das digitale Abonnements attraktiver machen soll. Das Angebot ermöglicht Leserinnen und Lesern den Zugriff auf Inhalte aus Nachbarregionen – etwa Fußballnachrichten oder Kulturberichte –, selbst wenn sie außerhalb des Hauptverbreitungsgebiets wohnen. Die Initiatoren hoffen, damit besonders Pendler und Bewohner am Stadtrand großer Ballungsräume anzusprechen.
Der Regio Pass funktioniert, indem er den digitalen Zugang zu mehreren regionalen Titeln bündelt. So könnten etwa Fans von Waldhof Mannheim oder dem Karlsruher SC Berichte über den SC Freiburg lesen, während Kulturinteressierte in Freiburg oder Mannheim Rezensionen aus dem Festspielhaus Baden-Baden verfolgen. Das Projekt erinnert an die Alles-plus-Allianz, ein Abo-Bündel von Der Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dem sich bisher jedoch keine weiteren Medienpartner angeschlossen haben.
Die technische Umsetzung übernimmt die Contentpass GmbH aus Kleinmachnow, ein Unternehmen, das auf digitale Integration spezialisiert ist. Dirk Freytag, Geschäftsführer von Contentpass und Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), sieht in dem Projekt eine Chance, den Mehrwert von überregionalen Journalismus-Kooperationen zu beweisen. Nadja Poppen, geschäftsführende Gesellschafterin der BZ.medien Gruppe, möchte, dass Leser den Pass als Zusatznutzen wahrnehmen – und nicht als weitere Kostenposition.
Das Pilotprojekt läuft zunächst über einen festgelegten Zeitraum, bevor es evaluiert wird. Seine Zukunft hängt von der Resonanz der Leserschaft und dem Feedback der beteiligten Verlage ab. Der Regio Pass richtet sich an Nischenpubliken, die über ihre unmittelbare Region hinaus informiert sein möchten. Bei Erfolg könnte das Modell weitere Zusammenarbeit zwischen lokalen und regionalen Medien anregen. Vorerst bleibt das Vorhaben jedoch ein Testballon – ob es dauerhaft etabliert wird, steht noch nicht fest.






