Rapsglanzkäfer 2026: Wenn die Blütenpracht des Winterraps zur Erntegefahr wird
H.-Dieter HuhnRapsglanzkäfer 2026: Wenn die Blütenpracht des Winterraps zur Erntegefahr wird
Winterraps blüht 2026 in vielen Regionen – doch der Rapsglanzkäfer bedroht die Erträge
Im Frühling 2026 zeigt sich der Winterraps in vielen Anbauregionen in voller Blütenpracht: Die Pflanzen strecken sich in die Länge, und der Hauptblütenstand ist deutlich sichtbar. Doch Landwirte sehen sich mit einer bekannten Herausforderung konfrontiert – der Rapsglanzkäfer entwickelt sich in dieser Saison zu einer ernsthaften Gefahr für die Erträge.
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Auf Acetamiprid-Basis wirkende Mittel wie Mospilan SG oder Danjiri bleiben zwischen den Wachstumsstadien BBCH 51 und 59 zugelassen. Allerdings dürfen Landwirte diese Präparate nicht mit Netzmitteln oder anderen Hilfsstoffen mischen, da die Vorschriften solche Kombinationen verbieten. Wer bienenfreundliche Alternativen sucht, kann auf Tau-Fluvalinat-Produkte wie Mavrik Vita oder Evure zurückgreifen – diese sind sogar noch nach BBCH 59 einsetzbar.
Vor dem Spritzeneinsatz sind mehrfache Feldkontrollen unverzichtbar. Statt sich auf Gelbschalen zu verlassen, sollten Landwirte die Käferzahl pro Hauptknospe entlang einer Transektlinie erfassen. Eine Behandlung lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn im Schnitt mehr als zehn Käfer pro Hauptknospe vor dem Blütebeginn gezählt werden.
Falls gleichzeitig Rapsstängelrüssler und Rapsglanzkäfer behandlungswürdige Populationen erreichen, bietet Trebon 30 EC eine Lösung – allerdings erst nach Ende der täglichen Bienenflugaktivität. Wichtig: In vielen Schlägen ist ein Insektizideinsatz überhaupt nicht nötig. Das schont nicht nur Nützlinge, sondern spart auch unnötige Kosten.
Die Spritzentscheidung hängt von genauer Beobachtung und klaren Schwellenwerten ab. Liegt die Käferzahl unter zehn pro Hauptknospe, können Landwirte auf eine Behandlung verzichten – zum Schutz der Bestäuber und des Geldbeutels. Wo ein Eingriff nötig ist, müssen zugelassene Mittel und Anwendungsbestimmungen exakt eingehalten werden, um Ernteschutz und Umweltverträglichkeit in Einklang zu bringen.






