04 May 2026, 08:33

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichtet werden. Kritiker argumentieren, dass das Projekt im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt steht und veraltete Technologie für Jahre zementiert.

Zehn offizielle Einsprüche gegen das Kraftwerk wurden mittlerweile beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht. Zu den führenden Gegnern zählen unter anderem Scientists for Future Mainz, der BUND Mainz, Greenpeace Mainz-Wiesbaden und MainzZero. Sie behaupten, die Investition von 44 Millionen Euro in Gastechnologie stehe im Konflikt mit dem Ziel von Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden.

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Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete das Vorhaben als verantwortungslos. Er verwies darauf, dass es bereits erprobte und kostengünstige Alternativen wie Batteriespeicher gebe. Die Kosten für Batteriespeicher seien in den letzten Jahren stark gesunken, was sie zu einer tragfähigeren Option als Gas mache.

Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die langfristigen Folgen der Anlage. Sie warnte, dass das Kraftwerk die Region für Jahrzehnte an konventionelle Gastechnologie binden würde. Michael Lengersdorff von MainzZero hinterfragte unterdessen, wie KMW das Projekt angesichts der behaupteten Unterstützung für Klimaziele rechtfertigen könne.

Das Bündnis äußerte zudem Zweifel an den Plänen von KMW, die Anlage später auf Wasserstoff umzurüsten. Die Vorschläge seien unrealistisch, ökologisch fragwürdig und wirtschaftlich riskant, so die Kritiker.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd, die die Bedenken prüfen wird, bevor eine Entscheidung fällt. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es jahrelang in Betrieb sein und könnte den Übergang Mainzer Energiewende zu erneuerbaren Energien verzögern. Die beteiligten Gruppen haben deutlich gemacht, dass sie weiterhin auf Alternativen drängen werden, die mit den Klimazielen der Stadt im Einklang stehen.

Quelle