24 March 2026, 10:31

Polizei und Wissenschaft kooperieren für NS-Aufarbeitung in Tübingen

Gruppe von Polizisten in Uniform mit Mund-Nasen-Schutz vor einem Gebäude stehend, einige halten Kameras, mit einem Banner an einer Säule, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Polizei und Wissenschaft kooperieren für NS-Aufarbeitung in Tübingen

Neue Partnerschaft erweitert Reichweite einer bedeutenden historischen Ausstellung in Tübingen

Am 18. März 2026 unterzeichneten Polizepräsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen eine Vereinbarung, um Führungen durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus" für Polizeibedienstete anzubieten. Die Schau, die die Verstrickungen lokaler Wissenschaftler mit dem NS-Regime aufarbeitet, bleibt aufgrund des großen öffentlichen Interesses nun bis 2027 geöffnet.

Die Zusammenarbeit entstand im Rahmen des polizeilichen Projekts "Strategische Partnerschaft für Demokratie und Toleranz", das 2024 landesweit in Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde. Die Initiative zielt darauf ab, demokratische Werte, Toleranz und interkulturelles Verständnis innerhalb der Polizeidirektion Reutlingen zu stärken. Im Rahmen der Vereinbarung wurden fünf sogenannte "Strategische Partner" ausgebildet, die Fortbildungsveranstaltungen leiten – darunter Ausstellungsbesuche, Gastvorträge und Exkursionen zu historischen Stätten, die mit der NS-Verfolgung verbunden sind.

Professorin Schön Hagen, die die Initiative "Gedenkstätte Ehrenfriedhof X" vertritt, begrüßte die Kooperation. Sie dankte der Polizei dafür, dass die Ausstellung über ihre ursprüngliche Laufzeit hinaus verlängert werden konnte. Polizepräsident Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche für die politische Bildung: Sie dienten als Mahnmal dafür, welche Gefahren drohen, wenn der Rechtsstaat ignoriert wird.

Die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie" ist ein zentraler Erinnerungsort an die NS-Herrschaft in Tübingen. Sie zeigt auf, wie die hiesigen Anatomie-Wissenschaftler mit dem Regime verflochten waren, und bietet eine eindringliche geschichtliche Lehre. Die Initiative "Ehrenfriedhof X" organisiert regelmäßig Führungen speziell für Polizeikräfte, um eine breitere Auseinandersetzung mit dieser schwierigen Vergangenheit zu ermöglichen.

Die verlängerte Ausstellung läuft bis 2027 und schafft so mehr Raum für Bildung und Reflexion. Polizeibedienstete erhalten im Rahmen ihrer Fortbildung strukturierte Besuche und Schulungen. Diese Partnerschaft ist ein konkreter Schritt, um durch historisches Bewusstsein demokratische Prinzipien in der Polizeiarbeit zu verankern.

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