Osnabrück kämpft um Kita-Neubauten: Land streicht 2024 alle Fördergelder
Lidia HartungOsnabrück kämpft um Kita-Neubauten: Land streicht 2024 alle Fördergelder
Osnabrück steht vor schweren finanziellen Belastungen: Keine Landesmittel für Kita-Neubauten 2024
Die Stadt Osnabrück sieht sich mit massiven Haushaltsproblemen konfrontiert, nachdem das Land für das Jahr 2024 keine Mittel für den Bau von Kindertagesstätten bereitgestellt hat. Obwohl seit 2013 ein Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten Lebensjahr besteht, müssen die Kommunen die vollen Kosten für neue Einrichtungen nun allein tragen – ohne Unterstützung. Lokale Vertreter kritisieren die Untätigkeit des Landes als ungerecht und auf Dauer nicht tragbar.
Seit 2009 hat Osnabrück bereits 113 Millionen Euro in den Bau von Kitas investiert, während das Land weniger als 8 Millionen Euro beisteuerte. Der Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung löste zwar einen deutlichen Ausbau aus, doch das Land erstattete lediglich etwa ein Drittel der laufenden Betriebskosten. Diese Schieflage bringt Städte wie Osnabrück in arge Bedrängnis, ihre Haushalte auszugleichen.
Wolfgang Beckermann, ein kommunaler Vertreter, bezeichnete das Fehlen einer Mitfinanzierung als „überholt“ und forderte umgehende Änderungen. Es sei unrealistisch, von den Kommunen ausgeglichene Haushalte zu verlangen, wenn das Land sie bei der essenziellen Infrastruktur im Stich lasse, argumentierte er. Seine Verärgerung wuchs, da das Land weder in Gespräche einwilligte noch bürokratische Hürden abbaue.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, haben Stadt und freie Träger seit Sommer 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen: Sie bilden Spezialkräfte aus, werben Quereinsteiger an und bieten Weiterbildungen an. Durch Springpools für Vertretungskräfte und gezielte Werbekampagnen konnten nahezu alle Stellen in den städtischen Kitas besetzt werden. Zwar wurden auch rechtliche und finanzielle Hilfen des Landes genutzt, doch die Verantwortlichen betonen, dass mehr Flexibilität nötig sei.
Bisher ist es Osnabrück gelungen, die Kitas personell voll abzudecken. Doch ohne Landeszuschüsse für Neubauten wird der finanzielle Druck auf die Stadt weiter steigen. Die Kommunalpolitiker drängen weiterhin auf politische Kurskorrekturen, um die langfristige Stabilität der Kinderbetreuung zu sichern.






