07 May 2026, 10:28

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden zum Standard

Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt, dass er Zugang zu Wissen und Werkzeugen hat, um gewalttätigen Extremismus durch das Strong Cities Network herauszufordern.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden zum Standard

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen aus – mit Fokus auf Open-Source-Intelligenz (OSINT)

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem großen Vorstoß in die Open-Source-Intelligenz (OSINT). Ziel der Initiative ist es, die Ermittlungsbehörden besser darin zu machen, öffentlich zugängliche Online-Daten zu sammeln und auszuwerten. Im Rahmen des neuen Projekts „Digitale Streife“ wurden Teams und Schulungen im gesamten Bundesland ausgebaut.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat in den vergangenen Jahren eine eigene OSINT-Abteilung aufgebaut. Was einst mit einem Zweier-Team begann, ist heute eine Einheit mit 16 Spezialist:innen – darunter IT-Expert:innen, Soziolog:innen und Politikwissenschaftler:innen. Geleitet wird die Abteilung 22.2, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentriert, von Fabian Coenen.

Das Projekt „Digitale Streife“ startete offiziell im September 2024. Zehn neue Beamte wurden für das LKA eingestellt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Polizist:innen in sechs Staatsschutzbehörden des Landes eingebunden. Die größte Einheit in Köln wird von Swen Schubert geleitet und umfasst 18 Ermittler:innen im Alter von 25 bis 52 Jahren, die sich auf digitale Recherchen spezialisiert haben.

Schulungen sind ein zentraler Baustein der Expansion.Marc Restemeyer, Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, vermittelt OSINT-Techniken. Die Kurse behandeln unter anderem, wie man Informationen aus sozialen Medien und anderen offenen Quellen extrahiert und überprüft. Die Teams arbeiten nach dem Prinzip der „Schwarmintelligenz“ – ein kollaborativer Ansatz, bei dem Ermittler:innen verstreutes Wissen bündeln, um effektiver zu agieren.

Die 28-jährige Polizeibeamtin Laura Ellrich stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein. Als Teil der „Digitalen Streife“ sammelt sie praktische Erfahrungen mit OSINT-Methoden. Über das LKA hinaus unterstützen mittlerweile sechs spezialisierte Einheiten in ganz Deutschland mit OSINT-Kompetenzen dringende Einsätze mit nationaler Sicherheitsrelevanz.

Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Beweise sammelt und nutzt. Mit größeren Teams, strukturierten Schulungen und einem Fokus auf Zusammenarbeit ist die Behörde besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu begegnen. Gleichzeitig stärkt die Initiative die Abstimmung zwischen Landes- und Bundessicherheitsbehörden.

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