Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Proteste gegen Kommerzialisierung drohen
Lidia HartungEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Proteste gegen Kommerzialisierung drohen
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich rund sechs Millionen Menschen an. Die Verantwortlichen planen, die Gebühr in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Der Vorschlag stößt bereits auf heftigen Widerstand. In den vergangenen Jahren hatten ähnliche Pläne für Eintrittsgelder an bedeutenden deutschen Stätten wie dem Lübecker Holstentor oder dem Kölner Dom selbst für Proteste gesorgt. Petitionen, darunter eine mit über 100.000 Unterschriften gegen den Gebührenplan von 2023, hatten Bedenken hinsichtlich der Zugänglichkeit und die Sorge vor einer zunehmenden Kommerzialisierung geäußert.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat die jüngsten Pläne scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Idee als "sehr problematisch" und warnte davor, dass eine solche Regelung den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken könnte. Schock-Werner betonte zudem, dass Eintrittsgelder Touristen abschrecken und den offenen, inklusiven Charakter des Doms verändern könnten.
Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Finanzmittel notwendig seien, doch unterstrich sie, dass Gebühren die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Bauwerks für Köln untergraben könnten.
Die zuständige Domverwaltung hat weder die genaue Höhe der Gebühr noch die Modalitäten der Umsetzung endgültig festgelegt. Sollte die Maßnahme kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für einen Ort, der seit jeher durch kostenlosen Zugang für die Öffentlichkeit geprägt ist. Angesichts der früheren Gegenwehr könnte der Plan jedoch noch auf weiteren Widerstand stoßen, bevor er in Kraft tritt.