15 April 2026, 00:38

Julian Reichelt im Machtmissbrauch-Streit: ARD-Bericht führt zu Gerichtsprozess

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Julian Reichelt im Machtmissbrauch-Streit: ARD-Bericht führt zu Gerichtsprozess

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt spitzt sich zu. Im Mittelpunkt steht ein investigativer Beitrag von Reschke Fernsehen aus dem Jahr 2023, der nahelegte, dass das Ausmaß der Verfehlungen bei der Zeitung weit schwerwiegender war als bisher angenommen. Reichelt weist die Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnet sich selbst als Opfer einer politischen Rufmordkampagne.

Im Februar 2023 sendete die ARD in der Reihe Reschke Fernsehen einen Bericht, in dem Julian Reichelt vorgeworfen wurde, mehrere Affären mit Untergebenen unterhalten und Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt zu haben. Die Sendung deutete an, dass das Ausmaß der Vorfälle bei Bild gravierender sei, als frühere Untersuchungen ergeben hatten. Mehrere Frauen, die in dem Beitrag zu Wort kamen, berichteten zudem, nach ihren Aussagen im Rahmen der internen Ermittlungen des Axel-Springer-Verlags berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Reichelt reagierte mit einem Eilantrag, der zur Streichung zentraler Passagen aus dem Beitrag führte. Die Sendung ist mittlerweile nicht mehr in der ARD-Mediathek abrufbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Der NDR, der hinter Reschke Fernsehen steht, treibt nun jedoch ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die geschwärzten Inhalte wiederherzustellen.

Besonders schwer wiegt die Aussage einer Zeugin, die Reichelt vorwirft, sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt zu haben. Der NDR kündigte an, im Rahmen des Verfahrens auch diese Frau als Zeugin zu benennen. Ungeklärt bleibt jedoch weiterhin, wie viele Affären Reichelt tatsächlich mit Mitarbeiterinnen hatte – und ob dabei Zwang im Spiel war.

Das Gerichtsverfahren könnte Klarheit in die noch offenen Fragen des Falls Reichelt bringen. Eine endgültige Entscheidung wird für das Frühjahr 2026 erwartet. Bis dahin bleibt der Streit zwischen Reichelt, der seine Unschuld betont, und dem NDR, der an der Wiederherstellung der ursprünglichen Berichterstattung festhält, ungelöst.

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