21 April 2026, 06:27

Industrie warnt vor dauerhaften Schäden ohne dringende Wirtschaftsreformen 2026

Plakat mit der Aufschrift "Kindera(r)beit ist eine nationale Geißel - Sollen wir der Industrie die Nation ausliefern?" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das eine vielseitige Gruppe von Menschen zeigt, die gemeinsam stehen.

Industrie warnt vor dauerhaften Schäden ohne dringende Wirtschaftsreformen 2026

Deutsche Industrieführer drängen auf Reformen zur Hannover Messe 2026

Auf der diesjährigen Hannover Messe haben führende Vertreter der deutschen Industrie dringende Appelle zur Umgestaltung der Wirtschaftspolitik erhoben. Nach Monaten einer nur zögerlichen Erholung hat sich die Stimmung in der Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2026 erneut verschlechtert. Unternehmenslenker warnen nun, dass ohne entschlossenes Handeln langfristige Schäden in Schlüsselsektoren dauerhaft werden könnten.

Noch bis weit ins spät Jahr 2025 hinein hatte sich die Lage unter den Herstellern allmählich gebessert. Doch im ersten Quartal 2026 verflog der Optimismus, als alte Risiken wieder aufkamen. Bertram Kawlath, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), betonte, dass Flickwerk nicht mehr ausreiche. Er forderte grundlegende Reformen: niedrigere Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben, flexiblere Arbeitszeiten und eine Anhebung des Renteneintrittsalters.

Kawlath warnte, dass Untätigkeit zu nicht mehr umkehrbaren Schäden für die Branche führen werde. Seine Mahnung fiel mit der Prognose des VDMA zusammen, wonach die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau 2026 lediglich um ein Prozent steigen werde.

Auch Gunther Kegel, Chef des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), unterstützte die Forderungen nach Reformen. Der ZVEI rechnet mit einem Produktionsplus von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Lage im Iran stabilisiert sich bis Mitte des Jahres. Kegel forderte die Regierung auf, endlich den Stau bei den Wirtschaftsreformen aufzulösen.

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Ein möglicher Lichtblick zeigt sich in der Rüstungsindustrie. Geplante Investitionen in Milliardenhöhe könnten die Umsätze aus Verteidigungsaufträgen innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln.

Doch insgesamt bleibt die Perspektive der Industrie prekär. Wachstumsprognosen hängen von externer Stabilität und politischen Weichenstellungen ab. Die Führungskräfte auf der Hannover Messe machten deutlich: Die Erholung steht und fällt mit sofortigen Reformen. Ohne sie könnten selbst bescheidene Produktionszuwächse schwer zu halten sein.

Quelle