Hitlers Parade-Mercedes bleibt unversteigert – warum das Luxusauto Millionen scheiterte
Mia StollHitlers Parade-Mercedes bleibt unversteigert – warum das Luxusauto Millionen scheiterte
Ein seltenes Stück Automobilgeschichte kam kürzlich unter den Hammer, als eines der ehemaligen Paradefahrzeuge Adolf Hitlers in den USA versteigert wurde. Der Mercedes-Benz 770 von 1939, auch "Großer Mercedes" genannt, sollte Millionen einbringen, erreichte jedoch nicht den festgesetzten Mindestpreis. Das einstige Symbol nationalsozialistischer Macht ist seit dem Zweiten Weltkrieg fast im Originalzustand erhalten geblieben.
Der Mercedes-Benz 770 (W 150) war zwischen 1939 und 1943 Hitlers bevorzugtes Paradefahrzeug. Er nutzte ihn, um ausländische Staatsführer zu transportieren, darunter den italienischen Diktator Benito Mussolini während eines Besuchs in München im Jahr 1940. Noch im selben Jahr führte das Auto am 6. Juli Hitlers Siegparade durch Berlin an.
Das Fahrzeug wurde nach strengen Vorgaben maßgefertigt. Es verfügte über eine verstärkte Windschutzscheibe und gepanzerte Seitenwände zum Schutz. Unter der Haube erzeugte ein 7,7-Liter-Reihennmotor mit acht Zylindern 230 PS, doch bei offiziellen Anlässen war die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt.
Ursprünglich kostete die viertürige Version 44.000 Reichsmark (heute etwa 182.000 Euro), während die Siebensitzer-Ausführung für 47.500 Reichsmark (inflationsbereinigt rund 196.000 Euro) verkauft wurde. Nach dem Krieg beschlagnahmten die Alliierten das Fahrzeug und brachten es in die USA, wo es seither verblieb.
Bei der Auktion stieg das Gebot bis auf sieben Millionen US-Dollar, blieb jedoch unter den Erwartungen des Verkäufers. Experten hatten den Wert auf sieben bis neun Millionen Dollar geschätzt, doch der Besitzer lehnte das höchste Angebot ab – vermutlich in der Hoffnung auf ein besseres Geschäft.
Der Mercedes-Benz 770 bleibt nach der gescheiterten Versteigerung in Privatbesitz. Seine historische Bedeutung und der makellose Erhaltungszustand machen ihn zu einem der begehrtesten Kriegsfahrzeuge. Sollte sich der richtige Käufer finden, könnte der Preis bei einem späteren Verkauf noch weiter steigen.






