Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Lidia HartungHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in das bisher rein männlich besetzte Herausgebergremium einziehen. Die Berufung markiert eine weitere Verschiebung in der politischen Ausrichtung und Führungsstruktur der FAZ.
Bubrowski arbeitet seit Jahren für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihr Schwerpunkt lag auf der Rechtspolitik sowie der Berichterstattung über die Grünen, deren Entwicklung sie oft als Prozess der „Professionalisierung“ und „Reifung“ darstellte. 2022 erhielt sie für ihren Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde den Theodor-Wolff-Preis.
Das Herausgebergremium der FAZ folgt einem in den deutschen Medien seltenen Führungsmodell: Vier Mitverleger teilen sich die Verantwortung und Aufgaben. Mit Bubrowskis Eintritt endet die langjährige rein männliche Besetzung. Gemeinsam mit Carsten Knop und Jürgen Kaube bildet sie nun eine Mehrheit, die den konservativen Ruf der Zeitung in Richtung einer gemäßigteren, linksliberalen Position lenkt.
Diese ideologische Neuausrichtung, im FAZ-Jargon auch als VerTAZung bezeichnet, vollzieht sich seit dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher im Jahr 2014. Bubrowskis Ernennung festigt diesen Trend und rückt die FAZ weiter von ihren traditionell konservativen Wurzeln ab.
Ihre Beförderung spiegelt sowohl einen strukturellen als auch einen politischen Wandel wider: Das Gremium gewinnt nicht nur an Geschlechtervielfalt, sondern verstärkt auch die schrittweise Hinwendung der Zeitung zu gemäßigteren Positionen. Mit ihrem offiziellen Amtsantritt 2027 wird dieser Wandel vollends wirksam.






