29 April 2026, 06:55

Grüner Unternehmer fordert zwei Prozent Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro

Ein Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, der von einem schmalen schwarzen Rand umrahmt ist und "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut - Steuern für die Reichen und große Unternehmen weiter senken."

Grüner Unternehmer fordert zwei Prozent Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro

Karl Haeusgen, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Mindestabgabe von 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen, der auch Mitinhaber eines mittelständischen Unternehmens ist, argumentiert, dass die Maßnahme den sozialen Zusammenhalt stärken und gleichzeitig die Steuergerechtigkeit wahren würde.

Haeusgen übernahm seine aktuelle Position Mitte 2025 und teilt sich die Führung des wirtschaftspolitischen Flügels der Grünen mit Marie-Luise Wolff. Zuvor war er von 2020 bis 2024 Präsident des eher konservativ ausgerichteten Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Seine industrielle Erfahrung prägt seine wirtschaftliche Haltung, die unternehmerisches Pragmatismus mit progressiven Steuerideen verbindet.

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Die geplante Steuer würde nur die größten Vermögen treffen, beginnend bei einem Vermögen von 100 Millionen Euro. Haeusgen schlägt vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern mit der Vermögensabgabe verrechnen könnten. Dies, so seine Argumentation, würde die Steuercompliance fördern und Kapitalflucht verhindern.

Kritisch äußerte sich Haeusgen zur Regierungspolitik bei den steigenden Spritpreisen: Die Senkung der Mineralölsteuer bezeichnete er als "planlose Hilfsmaßnahme". Stattdessen fordert er gezielte Maßnahmen, die Ungleichheit bekämpfen, ohne die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden. Sein Plan zielt auch darauf ab, enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie umweltbewusste Unternehmer anzusprechen.

Trotz seines Engagements läge Haeusgens eigenes Unternehmen – mit einem Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro – knapp unter der Steuergrenze. Er betont, dass die Abgabe von 2 Prozent das Vermögen nicht schmälern würde, da die typischen Wertzuwächse bei Superreichen dies ausgleichen würden.

Der Vorschlag würde eine neue Steuerklasse für die vermögendsten Bürger Deutschlands schaffen. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Debatten über Ungleichheit und Finanzpolitik neu prägen. Haeusgens Doppelfunktion als Unternehmer und grüner Politiker verleiht dem Plan zusätzliche politische und wirtschaftliche Glaubwürdigkeit.

Quelle