Georg Restle attackiert ARD und AfD: "Normalisierung von Extremismus ist gefährlich"
Lidia HartungGeorg Restle attackiert ARD und AfD: "Normalisierung von Extremismus ist gefährlich"
ARD-Moderator Georg Restle kritisiert sowohl seinen Arbeitgeber als auch die rechtsextreme AfD in einer Reihe deutlicher Aussagen. Er warf der Partei vor, Extremismus auszunutzen, und warnte zugleich davor, ihre Ideologie in der Medienberichterstattung als normal darzustellen. Seine Äußerungen richteten sich auch gegen die ARD-Führung wegen jüngster Programmänderungen.
Restle argumentierte, die AfD gewinne an Einfluss, indem sie sich mit "gewaltbereitem Rechtsextremismus auf der Straße" verbinde. Er betonte, dass die Ideologie der Partei in politischen Debatten – insbesondere während des Wahlkampfs – nicht gleichberechtigt behandelt werden dürfe. Konkrete Konsequenz: Er verweigerte dem AfD-Politiker Björn Höcke bewusst dieselbe Plattform wie anderen Politikern.
Zudem wies Restle die Behauptung zurück, es gebe nennenswerte Unterschiede zwischen dem Höcke-Flügel und dem um Parteichef Alice Weidel und Tino Chrupalla. Stattdessen warnte er, die AfD spiele ihre extremistischen Positionen gezielt herunter, um salonfähig zu erscheinen.
Kritik an der ARD richtete Restle vor allem gegen die Entscheidung, die Sendezeit seines Investigativmagazins Monitor zu kürzen – ein "grober Fehler", wie er sagte. Der Sender verrate damit seinen Kernauftrag, was schwerwiegende Folgen für die öffentliche Debatte haben könne. Einige Kollegen, so Restle weiter, zeigten "Zögerlichkeit" im Umgang mit der AfD, während kritische Journalisten mit "heftigem Gegenwind" konfrontiert seien.
Darüber hinaus bemängelte er den generellen Umgang der ARD mit der AfD: Die Befürworter einer "Normalisierung" der Berichterstattung hätten sich durchgesetzt. Eine bloße Schilderung globaler Krisen ohne Einordnung schüre lediglich Ängste in der Bevölkerung, statt Aufklärung zu leisten, so Restle.
Seine Aussagen spiegeln die Spannung zwischen medialer Verantwortung und politischer Neutralität wider. Dass Restle die AfD nicht als normale Partei behandelt, steht exemplarisch für die größere Debatte über den Umgang mit Extremismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Gleichzeitig deutet seine Kritik an den Programmentscheidungen der ARD auf tiefere Bedenken hin, wie deutsche Medien mit rechtsextremen Strömungen umgehen.






