07 April 2026, 10:30

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und intransparente Finanzpraktiken vor

Liniengraph, der die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und intransparente Finanzpraktiken vor

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement kritisiert. In einem Interview mit Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility bezeichnete er die komplexen Strukturen des Unternehmens als eine "Geldwäschemaschine". Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die DB wegen fragwürdiger Führungsentscheidungen und interner Finanzpraktiken zunehmend unter Druck gerät.

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Reißen richtete seine Kritik insbesondere gegen die Finanzoperationen der DB und warf dem Konzern vor, Hunderte von Tochtergesellschaften zu nutzen, um Geldflüsse zu verschleiern. Auf dem Höhepunkt verfügte die DB über mehr als 1.000 Beteiligungen, ihre Zahl ist mittlerweile jedoch auf unter 600 gesunken. Er behauptete, das Unternehmen rechne interne Leistungen gegenseitig ab, um staatliche Mittel abzusichern, und nannte das System ineffizient und intransparent.

Zudem verurteilte er die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin und argumentierte, ihr fehle die nötige Qualifikation. Reißen sagte voraus, ihre Ernennung werde für Kontroversen sorgen und die Steuerzahler zusätzlich belasten. Zwar unterstützte er die jüngsten Entlassungen von Vorstandschefin Evelyn Palla – darunter auch Dohm und die DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta –, forderte von ihr aber, statt auf Ankündigungen zu setzen, konsequenter zu handeln.

Über personelle Veränderungen hinaus schlug Reißen vor, die oberste Führungsebene um die Hälfte zu verkleinern, um die Produktivität zu steigern. Er hinterfragte, warum der Fernverkehr der DB trotz Investitionen in neue Züge und moderne Technik weiterhin in der Krise stecke. Seine Aussagen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit mit der Unternehmensführung unter der aktuellen Struktur wider.

Reißens Kritik unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der DB-Führung und den Arbeitnehmervertretern. Sein Appell für tiefgreifende Reformen und mehr Transparenz folgt auf Jahre undurchsichtiger Finanzstrukturen im Konzern. Die Haltung der Gewerkschaft deutet auf weitere Konflikte hin, wie der Bahnkonzern künftig mit seinen Ressourcen und seinem Personal umgeht.

Quelle