Fünf Monate Zwangshaft: Mutter nach Sorgerechtsstreit endlich frei
H.-Dieter HuhnFünf Monate Zwangshaft: Mutter nach Sorgerechtsstreit endlich frei
Anette W. wurde am Freitag aus der Frauenhaftanstalt Hildesheim entlassen, nachdem sie fünf Monate in Zwangshaft verbracht hatte. Sie war inhaftiert worden, weil sie angeblich ihre Tochter nicht an den Vater des Kindes übergeben wollte – obwohl sie dies wiederholt angeboten hatte. Der Fall war von jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen um das Sorgerecht geprägt und warf Fragen zu den Haftbedingungen auf.
Anette W. war im November 2025 in Frankfurt festgenommen worden, wo sie mit ihrer Tochter lebte. Die ersten Tage verbrachte sie in einer Polizeizelle ohne Bett, Uhr oder Beschäftigungsmöglichkeiten. Später wurde sie in die Haftanstalt Hildesheim verlegt, wo sie mit schlechten Bedingungen konfrontiert war, darunter Schimmel an den Wänden und ein chronischer Personalmangel.
Das Gericht verurteilte sie zu 150 Tagen Zwangshaft – ohne persönliche Anhörung. Während des Verfahrens wurden falsche Behauptungen über die Situation ihrer Tochter aufgestellt. Obwohl Anette W. nie wegen einer Straftat verurteilt wurde, verlor sie durch die Inhaftierung ihre Wohnung.
Nach ihrer Entlassung traf sie sich mit dem Jugendamt, das zustimmte, dass ihre Tochter bei ihr leben darf. Diese Entscheidung fiel nach zwei Jahren gerichtlicher Streitigkeiten um das Sorgerecht. Bereits 2023 war Anette W. mit ihrer Tochter nach Frankfurt gezogen, um die anhaltenden rechtlichen Konflikte zu lösen.
Nach fünf Monaten hinter Gittern ist Anette W. nun frei. Sie wird sich weiterhin um ihre Tochter kümmern, wie es die jüngste Entscheidung des Jugendamts vorsieht. Der Fall zeigt die Herausforderungen, mit denen sie im Rechtssystem konfrontiert war, sowie die Umstände ihrer Inhaftierung.






