FDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP fordert Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem vor MV-Wahl
Die FDP in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihr bildungspolitisches Programm vorgestellt. Die Partei setzt sich für weitreichende Reformen ein, darunter die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und strengere Sprachvorgaben für Kleinkinder. Gleichzeitig wird intern über Führung und Strategie diskutiert, während die Partei in den Umfragen schwächelt.
Der Landesverband der FDP will das bestehende Modell der Regionalen Schule abschaffen und stattdessen wieder zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium unterscheiden. Ähnliche Schritte gab es bereits in anderen Bundesländern: In Niedersachsen stärkte die FDP ab 2017 das dreigliedrige System, indem sie Ganztagsangebote an Gesamtschulen kürzte und mehr Schulen in Haupt- und Realschulen umwandelte. In Nordrhein-Westfalen unterstützte die Partei zwischen 2022 und 2025 die Gymnasien und lehnte frühe Gesamtschulmodelle ab. Auch in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen wird derzeit über die Wiedereinführung des alten Systems debattiert.
Bundesvorsitzender Christian Dürr fordert schärfere Sprachregelungen und schlägt verbindliche Deutschtests zwei Jahre vor der Einschulung vor. Zudem plädiert er dafür, Fachkräften die Zuwanderung zu erleichtern, während die Bedingungen für Nicht-Erwerbstätige verschärft werden sollen. In der Bildungspolitik spricht sich die FDP für den Erhalt von Förderschulen aus, will den Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach ersetzen, das alle Glaubensrichtungen abdeckt.
Intern steht die Partei vor Herausforderungen. Ein Antrag für den Bundesparteitag im Mai verlangt Neuwahlen des Bundesvorstands. Dürr hat die Mitglieder aufgefordert, die FDP als "radikale Alternative" zum politischen Establishment in Deutschland zu präsentieren. In Mecklenburg-Vorpommern betonte Spitzenkandidat Jakob Schirmer, dass die Freiheit im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen müsse. Doch die Umfragen sehen die Partei unter der Fünf-Prozent-Hürde – sie droht damit, aus dem Landtag auszuschieden.
Der FDP-Bildungsplan markiert eine klare Rückkehr zu traditionellen Strukturen und strengeren Integrationsvorgaben. Scheitert die Partei im September an der Fünf-Prozent-Marke, werden ihre Vorschläge die nächste Regierung nicht prägen. Das Ergebnis könnte jedoch die Debatten über Schulreformen in anderen Bundesländern beeinflussen.






