Ermittlungen gegen "Achse des Guten" wegen historisch umstrittenem SPD-Slogan
Mia StollErmittlungen gegen "Achse des Guten" wegen historisch umstrittenem SPD-Slogan
Deutsche Behörden ermitteln gegen das konservative Online-Magazin Achse des Guten wegen eines im Mai 2024 veröffentlichten Artikels. Der Vorwurf bezieht sich auf einen historischen Slogan, der kürzlich rechtlich umstritten wurde. Das 2004 von zwei ehemaligen Journalisten gegründete Blog steht nun unter der Lupe von Bundes- und Landesbehörden.
Die Ermittlungen begannen, nachdem eine nicht namentlich bekannte Person den Beitrag bei Hessen Gegen Hetze gemeldet hatte, einer Stelle, die illegale Online-Inhalte anzeigt. Der Artikel mit dem Titel "Selbst Sozialdemokraten riefen 'Alles für Deutschland'" griff eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1931 der SPD-nahen Zeitung Das Reichsbanner auf. Darin enthalten war der Spruch "Alles für Deutschland", der heute im Mittelpunkt juristischer Auseinandersetzungen steht.
Bis 2024 galt der Ausruf nicht als strafbar – bis der AfD-Politiker Björn Höcke zweimal wegen der Verwendung in Reden verurteilt wurde. Gerichte entschieden später, dass der Slogan als verbotenes SA-Zitat gewertet werden könne, doch Rechtsexperten kritisieren, dass den Urteilen der historische Kontext fehle. Ein Fachmann wies darauf hin, dass Ermittler die frühere Nutzung desselben Spruchs durch die SPD oft außer Acht ließen, was zu einer inkonsistenten Rechtsprechung führe.
Der Fall wurde zunächst an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) weitergeleitet, bevor die Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungen übernahm. Die Redaktion von Achse des Guten erhielt von den Behörden nur begrenzte Auskünfte; bestätigt wurde lediglich, dass ein Verfahren läuft. Nach deutschem Recht ist die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole dann erlaubt, wenn sie der Aufklärung oder historischen Berichterstattung dient – wie dies hier genau zu bewerten ist, bleibt jedoch unklar.
Die Ermittlungen gegen Achse des Guten werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Debatten über historische Parolen und Meinungsfreiheit in Deutschland. Während die Redaktion auf weitere Informationen wartet, zeigt der Fall die rechtliche Unsicherheit im Umgang mit Sprüchen, die sowohl mit rechtsextremen als auch mit historisch linkspolitischen Kontexten verbunden sind. Noch steht aus, wie die Behörden den Fall letztlich bewerten werden.






