Energieexperte warnt: Europas Öl- und Gasabhängigkeit wird durch Subventionen verschärft
Ekkehard ScheelEnergieexperte warnt: Europas Öl- und Gasabhängigkeit wird durch Subventionen verschärft
Europas Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas bleibt ein drängendes Problem, warnt ein führender Energieökonom. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), betont, dass die aktuelle Politik die Krise sogar verschärfen könnte. Seiner Ansicht nach würden vor allem Subventionen für Kraftstoffe die Nachfrage weiter anheizen und den Kontinent anfälliger für die schwankenden globalen Märkte machen.
Edenhofer plädiert dafür, dass Europa den Fokus auf die Senkung des Verbrauchs legen müsse – statt ihn künstlich zu stützen. Als Vorbild nennt er die Ölkrise der 1970er-Jahre, als Regierungen Energiesparmaßnahmen Vorrang vor Preissubventionen einräumten. Ein ähnlicher Ansatz, so Edenhofer, wäre auch heute sinnvoll.
Aus seiner Sicht würden Kraftstoffsubventionen lediglich den Verbrauch in die Höhe treiben und die Preise weiter steigen lassen. Davon profitierten vor allem ausländische Exporteure, während europäische Haushalte und Unternehmen noch stärker unter Druck gerieten. Stattdessen schlägt er gezielte Einkommenshilfen für die am stärksten von den steigenden Kosten Betroffenen vor.
Der Ökonom kritisiert zudem, dass Politiker die Notwendigkeit, den Öl- und Gasverbrauch zu reduzieren, nicht deutlich genug kommuniziert hätten. Eine geringere Nachfrage, argumentiert er, würde Europa mehr Gewicht auf den globalen Märkten verleihen. Dieser Wandel würde nicht nur die Energiesicherheit stärken, sondern auch weltweit zu sinkenden Preisen beitragen – eine Maßnahme, die er als kluges Klimapolitik und kluge Geopolitik bezeichnet.
Edenhofers Warnungen zeigen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Kraftstoffsubventionen auf. Ohne eine konsequente Verbrauchsreduzierung könnte Europa noch Jahre von Energieimporten abhängig bleiben. Seine Vorschläge zielen darauf ab, akute Entlastung für belastete Haushalte mit langfristiger Stabilität auf den Energiemärkten zu verbinden.






