17 April 2026, 02:29

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem droht die Finanzkrise – doch wer zahlt die Rechnung?

Schwarze und weiße architektonische Zeichnung des Rosenhof-Krankenhauses in Hamburg, Deutschland, zeigt detailliertes Layout mit zahlreichen Drähten und beschrifteten Räumen, Fluren und Merkmalen auf altem Papier.

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem droht die Finanzkrise – doch wer zahlt die Rechnung?

Deutschlands Gesundheitssystem steht vor einer wachsenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er fordert dringende Reformen, um die steigenden Kosten und Ineffizienzen einzudämmen, die die Lage weiter verschärfen. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem eine Regierungskommission kurz davor steht, ihre Ergebnisse zu langfristigen Finanzierungslösungen vorzulegen.

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Die Kommission zur Gesundheitsfinanzierung, die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzt wurde, soll ihren Bericht am Montag der Regierung überreichen. Ihre Aufgabe besteht darin, Wege zur Stabilisierung der Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems zu finden – ein System, das Dulger als das teuerste Europas bezeichnet, ohne jedoch eine entsprechende Qualität zu bieten.

Dulger schlug mehrere Maßnahmen zur Kostensenkung vor. So regte er die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner an, was jährlich rund 3 Milliarden Euro einsparen könnte. Zudem forderte er strengere Effizienzanreize für Krankenhäuser, um Überkapazitäten abzubauen und Abläufe zu optimieren.

Ein weiterer zentraler Punkt war ein sofortiger Ausgabenstopp, um zu verhindern, dass die Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber weiter steigen. Dulger wies darauf hin, dass die Verwaltungskosten der Sozialversicherungen bereits über 26 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Zusätzlich schlug er vor, die Krankenkassenbeiträge für Empfänger von Bürgergeld zu erhöhen.

Das aktuelle System weist zudem ein jährliches Finanzierungsdefizit von etwa 10 Milliarden Euro auf. Ein Grund dafür ist die staatliche Zahlung von 140 Euro pro Person und Monat an die Krankenkassen – eine Subvention, deren Überprüfung Dulger andeutete.

Der anstehende Bericht der Kommission wird die zukünftige Finanzierung des Gesundheitssystems in Deutschland prägen. Sollten Dulgers Vorschläge umgesetzt werden, könnten sie die Kosten senken und die Effizienz steigern. Allerdings bedürfen alle Reformen der Zustimmung der Regierung, bevor sie in Kraft treten können.

Quelle