Droht Deutschlands größter Jugend-Suchtreha die Schließung bis 2025?
Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn: Deutschlands größte Reha-Einrichtung für suchtkranke Jugendliche droht die Schließung bis Juni 2025
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn, das größte Rehabilitationszentrum Deutschlands für junge Menschen mit Suchterkrankungen, steht vor der Schließung zum 30. Juni 2025. Die Träger warnen: Wird bis zum 10. Mai keine Finanzierungsvereinbarung getroffen, muss die Einrichtung dichtmachen – Dutzende gefährdete Patient:innen verlören damit den Zugang zu spezialisierter Behandlung.
Betrieben wird die Klinik von der Leinerstift-Gruppe, die 2024 nur knapp einen Stillstand abwenden konnte, nachdem in letzter Minute eine Einigung mit der Deutschen Rentenversicherung gelungen war. Doch die finanziellen Belastungen bleiben enorm. Die aktuellen 320 Euro Tagespauschale pro Patient:in decken lediglich 30 Prozent der tatsächlichen Kosten – ein Defizit von 70 Prozent, bedingt durch das aufwendige Betreuungsmodell der Klinik.
Nur drei Einrichtungen bundesweit sind auf die Suchtrehabilitation von Minderjährigen spezialisiert, mit insgesamt 85 Plätzen. Allein die Bonhoeffer-Klinik stellt 60 davon bereit. Fällt sie weg, bleiben für junge Patient:innen kaum Alternativen.
Die Leinerstift-Gruppe hat ein neues Versorgungsmodell vorgeschlagen, unterstützt von gesetzlichen Krankenkassen, der niedersächsischen Landesregierung und der Jugendhilfe. Doch dieser Plan fand in den jüngsten Gesprächen mit politischen Gremien und Kostenträgern kaum Beachtung. Die Deutsche Rentenversicherung hingegen relativiert die Dringlichkeit und verweist auf 450 Reha-Plätze bundesweit – ohne zu erwähnen, dass diese nicht alle für Minderjährige vorgesehen sind.
Ohne eine verbindliche Zusage zur Weiterführung könnte die Klinik keine neuen Patient:innen mehr aufnehmen und müsste schrittweise geräumt werden. Ein späterer Neuanfang wäre aufgrund der langwierigen Antrags- und Aufnahmeverfahren unmöglich.
Die Zukunft der Einrichtung hängt nun davon ab, ob bis zum 10. Mai zusätzliche Mittel bewilligt werden. Scheitern die Verhandlungen, schließt Deutschlands größte spezialisierte Reha-Einrichtung für suchtkranke Jugendliche in etwas mehr als einem Jahr – und Dutzende junge Patient:innen stünden vor dem Nichts.






