21 April 2026, 00:36

Deutschland startet schrittweise Privatisierung des Energiekonzerns Sefe

Eine Balkendiagrammdarstellung von Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas mit Prozentangaben zur Abhängigkeitsquote.

Deutschland startet schrittweise Privatisierung des Energiekonzerns Sefe

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, dem Energieunternehmen, das früher unter dem Namen Gazprom Germania bekannt war. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen – ein erster Schritt, um ihren vollständigen Besitzanteil schrittweise zu verringern.

Geopolitische Spannungen und steigende Gaspreise erhöhen den Druck, das Verfahren zu beschleunigen. Weitere Maßnahmen wie Aktienverkäufe oder ein Börsengang sollen folgen.

Sefe betreibt derzeit kritische Energieinfrastruktur, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Das Unternehmen hat deutlich gemacht, dass es diese Vermögenswerte nicht für separate Verkäufe aufspalten wird, sondern seine Kerngeschäfte intakt hält.

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Nach den Regeln der Europäischen Kommission muss Berlin seinen Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Die anstehende Kapitalerhöhung wird die erste Verwässerung der vollständigen staatlichen Kontrolle darstellen. Gleichzeitig prüfen Beamte eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur.

Unterdessen erwägt Moldau die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz nach einem Streit mit dem russischen Konzern Gazprom. In einer separaten Entwicklung haben die USA eine letzte einmonatige Ausnahme von Sanktionen für die serbische Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt, die mehrheitlich russischen Eigentümern gehört.

Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, während sich die Regierung schrittweise aus der direkten Kontrolle zurückzieht. Die Kapitalerhöhung und eine mögliche Fusion mit Uniper könnten die Position des Unternehmens auf einem volatilen Markt stärken. Weitere Anteilsverkäufe sind in den kommenden Jahren geplant, um regulatorische Fristen einzuhalten.

Quelle