Bundeswehr lockt mit Führerschein-Förderung und höherem Sold bei längeren Dienstzeiten
Lidia HartungBundeswehr lockt mit Führerschein-Förderung und höherem Sold bei längeren Dienstzeiten
Seit Januar 2026 setzt die Bundeswehr ein neues Wehrdienstmodell um. Der Dienst bleibt freiwillig, doch Männer, die 2008 oder später geboren wurden, müssen sich nun für eine mögliche Musterung registrieren lassen. Zu den Neuerungen gehört, dass Soldaten finanzielle Unterstützung für den Führerscheinerwerb erhalten – vorausgesetzt, sie verpflichten sich zu längeren Dienstzeiten.
Das überarbeitete Modell bietet zwei Dienstoptionen: Freiwillige können sich für sechs bis elf Monate verpflichten oder einen zeitlich befristeten Wehrdienst von zwölf Monaten oder länger wählen. Wer sich für mindestens ein Jahr verpflichtet, erhält Zugang zu erweiterten Ausbildungsmöglichkeiten und höherem Sold.
Neue Soldaten beginnen mit der grundlegenden militärischen Ausbildung, die sich auf Aufgaben der Landesverteidigung konzentriert. Im Anschluss können sie zusätzliche Zertifikate erwerben, die für ihre Rolle relevant sind – etwa für Stapler, Lkw oder militärische Fahrzeuge.
Die Bundeswehr betreibt bundesweit 20 spezialisierte Fahrschulzentren. Jährlich absolvieren rund 13.000 Soldatinnen und Soldaten dort Fahrkurse. Militärische Führerscheine, die während der Dienstzeit erworben werden, können später in zivile umgewandelt werden, wobei das Verfahren von den örtlichen Zulassungsbehörden abhängt.
Finanzielle Anreize gibt es nun für längere Verpflichtungen: Wer sich für mindestens zwölf Monate verpflichtet, kann bis zu 3.500 Euro für den Pkw-Führerschein (Klasse B) oder bis zu 5.000 Euro für den Lkw-Führerschein erhalten. Freiwillig Wehrdienstleistende verdienen ein monatliches Bruttogehalt von etwa 2.600 Euro, zeitlich befristet Verpflichtete erhalten rund 2.700 Euro.
Das neue System verknüpft längere Dienstzeiten mit besseren Ausbildungs- und Finanzleistungen. Soldaten, die sich länger verpflichten, profitieren von geförderten Führerscheinen und höherem Sold. Die Änderungen sollen Rekruten gewinnen und gleichzeitig eine strukturierte militärische Ausbildung und Qualifikation sicherstellen.






