20 March 2026, 18:28

Braunschweig streitet weiter über Gehwegparken – doch Lösungen bleiben vage

Eine belebte Straße in Berlin mit vielen geparkten Taxis, Fußgängern auf dem Gehweg, Laternen, Bäumen, Gebäuden und einem fernen Bogen mit Statuen und einem Turm unter einem bewölkten Himmel.

Braunschweig streitet weiter über Gehwegparken – doch Lösungen bleiben vage

Gewegparken bleibt in Braunschweig ein umstrittenes Thema – die Stadtverwaltung geht das Problem mit Zurückhaltung an. Zwar ist das Parken auf Gehwegen nach deutscher Straßenverkehrsordnung grundsätzlich verboten, doch ob und wie Verstöße geahndet werden, entscheiden weitgehend die Bezirksräte. Kürzlich lehnte die Verwaltung den Einbau physischer Barrieren ab und verwies auf Sicherheits- und Barrierefreiheitsbedenken.

Nach den Straßenverkehrsregeln ist das Halten oder Parken auf Gehwegen nur in ausdrücklich gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Häufige Verstöße sind schräg oder quer abgestellte Fahrzeuge, die den Fußgängerbereich einengen. Auch halbhoch gebaute Parkstreifen entlang ganzer Straßen verringern oft die vorgeschriebene Mindestbreite von 1,80 Metern für Gehwege – eine Vorgabe, die sichere Begegnungszonen für Fußgänger garantieren soll.

Die Stadt lehnte Vorschläge ab, Poller oder Betonabgrenzungen einzubauen, da diese neue Gefahrenquellen schaffen und die Zugänglichkeit einschränken könnten. Stattdessen betonen die Verantwortlichen, es bestehe derzeit kein dringender Bedarf für eine stadtweite Strategie, da die Nachfrage nach schärferen Maßnahmen in der Bevölkerung gering sei.

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In den vergangenen Jahren ahndete das kommunale Ordnungsamt jährlich rund 5.000 Fälle von illegalem Gehwegparken – sowohl 2024 als auch 2025. Ein vollständiges Verbot würde jedoch zahlreiche Stellplätze wegfallen lassen und den Druck auf alternative Parkflächen erhöhen.

Bei Neugestaltungen von Straßen werden zwar oft breitere Gehwege geplant, um überstehende Fahrzeuge aufzunehmen. Doch Stadtplaner müssen abwägen: Während moderne Projekte den Vorrang für Fußgänger betonen, sind Kompromisse unvermeidlich, wenn es um die Verteilung knappen öffentlichen Raums geht.

Vorerst bleibt Braunschweig bei einem dezentralen Ansatz – die Bezirksräte kümmern sich um lokale Konflikte. Die Verwaltung setzt weiter auf Kontrollen statt auf physische Sperren, während neue Infrastrukturprojekte durch verbreiterte Gehwege für Entlastung sorgen sollen. Stadtweite Maßnahmen sind erst bei wachsendem öffentlichen Druck zu erwarten.

Quelle