Berliner Kulturskandal: Senatorin tritt nach Millionen-Fehlvergabe zurück
Mia StollBerliner Kulturskandal: Senatorin tritt nach Millionen-Fehlvergabe zurück
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat vergangenen Freitag zurück, nachdem ein Bericht rechtswidrige Bewilligungen von Fördergeldern aufgedeckt hatte. Die Rechnungsprüfungsbehörde der Stadt stellte fest, dass 2,6 Millionen Euro, die eigentlich für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus vorgesehen waren, unrechtmäßig vergeben worden waren. Bürgermeister Kai Wegner ernannte nun Stefan Evers zu ihrem Nachfolger.
Der Skandal nahm seinen Lauf, als Berlins Rechnungshof bekannt gab, dass Wedl-Wilsons Behörde 2,6 Millionen Euro für 13 Antisemitismus-Präventionsprojekte rechtswidrig bewilligt hatte. Nach Veröffentlichung des Berichts reichte sie am Freitag ihren Rücktritt ein. Zunächst galt der CDU-Politiker Thomas Heilmann als Favorit für das Amt, wurde letztlich jedoch nicht berufen.
Die CDU-Kreisvorsitzenden einigten sich kurzfristig einstimmig auf Stefan Evers, der bereits für die Hauptstadtfinanzierung – einschließlich der Kulturförderung – zuständig ist. Am Mittwochmorgen gab Bürgermeister Kai Wegner offiziell bekannt, dass Evers die Leitung der Senatsverwaltung für Kultur übernimmt.
Evers wird das Kulturressort zusätzlich zu seinem Amt als Finanzsenator verwalten. Diese Doppelfunktion bleibt bis zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen am 20. September bestehen.
Stefan Evers steht nun sowohl der Finanz- als auch der Kulturverwaltung Berlins vor. Seine Ernennung folgt auf den Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson, der mit der Veruntreuung öffentlicher Mittel in Verbindung steht. Die personelle Neuaufstellung gilt bis zu den anstehenden Landtagswahlen.






