30 March 2026, 20:31

Berliner Ausbildungsabgabe: Warum Unternehmen jetzt zahlen müssen

Logo der Berliner Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, und dem Text "Berliner Finance Initiative" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund.

Berliner Ausbildungsabgabe: Warum Unternehmen jetzt zahlen müssen

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein: Unternehmen zahlen bei verfehlter Lehrlingsquote

Berlin hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, die Unternehmen bestraft, die ihre Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Ab 2028 müssen Firmen mit mindestens zehn Beschäftigten sicherstellen, dass ihr Ausbildungsanteil dem bundesweiten Durchschnitt von 4,6 Prozent entspricht. Wer dies nicht schafft, muss mit finanziellen Konsequenzen rechnen – was bei lokalen Unternehmern auf Kritik stößt.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat die Regelung verabschiedet, die es unterdurchschnittlich performenden Betrieben vorschreibt, in einen zentralen Fonds einzuzahlen. Durch die Abgabe sollen jährlich rund 75 Millionen Euro zusammenkommen, die in berufliche Ausbildungsprogramme in der Stadt fließen.

Mehrere Wirtschaftsführer haben sich gegen die Maßnahme ausgesprochen. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, bezeichnete sie als "falsches Signal an Arbeitgeber". Agnieszka Walorska vom Fintech-Unternehmen Mika argumentierte, das eigentliche Problem liege im sinkenden Interesse junger Menschen an klassischen Ausbildungsberufen.

Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, kritisierte, die Regelung treffe Start-ups unfair. Viele technologiegetriebene Unternehmen hätten schlichtweg keine passenden Ausbildungsplätze, so Kreppel. Marius Meiners von Peec AI pflichtete ihm bei: Sein Team aus Spezialisten und jungen Fachkräften lasse keinen Raum für Auszubildende. Das Unternehmen sei zwar bereit, die Strafe zu zahlen, sehe darin aber eine weitere Hürde für die Geschäftstätigkeit in Deutschland.

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Betroffen sind nur Firmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern, die die 4,6-Prozent-Marke verfehlen. Kleinere Betriebe und solche, die die Quote bereits übererfüllen, bleiben ausgenommen – wie viele Unternehmen genau betroffen sein werden, ist jedoch noch unklar.

Ab 2028 werden nicht konforme Unternehmen jährlich Millionen in einen Ausbildungstopf einzahlen. Kritiker bemängeln, die Regelung gehe an strukturellen Problemen des Berliner Arbeitsmarktes vorbei. Wie stark Start-ups und spezialisierte Firmen belastet werden, wird sich bis zum Stichtag zeigen.

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