Bargeld wird in Deutschland immer öfter abgelehnt – Verbraucherschützer warnen vor Folgen
Mia StollBargeld wird in Deutschland immer öfter abgelehnt – Verbraucherschützer warnen vor Folgen
Bargeldzahlungen werden in Deutschland zunehmend schwieriger – Verbraucherschützer schlagen Alarm
Eine aktuelle Studie zeigt, dass mittlerweile bis zu 20 Prozent der Ladenkassen in Deutschland Banknoten ablehnen – besonders ausgeprägt ist dieser Trend in Großstädten wie Berlin und München. Trotz dieser Entwicklung wird noch immer mehr als die Hälfte aller Alltagstransaktionen in bar getätigt, doch der Anteil sinkt stetig.
Laut einem Bericht der Bundesbank aus dem Jahr 2023 wurden 51 Prozent der täglichen Einkäufe in bar bezahlt, sieben Prozentpunkte weniger als noch 2021. Dennoch gab in einer aktuellen Umfrage fast ein Drittel der Befragten an, in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal nicht mit Bargeld zahlen zu können. Besonders häufig tritt das Problem an Selbstbedienungsterminals auf, die oft nur Kartenzahlungen oder digitale Bezahlmethoden akzeptieren.
Von den rund 710.000 Ladenkassen in Deutschland sind laut dem EHI Retail Institute etwa 38.650 Selbstbedienungsautomaten. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf automatisierte Systeme: In städtischen Gebieten, bei Einzelhandelsketten sowie in Branchen wie Technologie und E-Commerce nehmen 15 bis 20 Prozent der Kassen kein Bargeld mehr an. Auch in Restaurants und Metropolen wie Hamburg geht die Bargeldakzeptanz spürbar zurück.
Verbraucherschützer warnen vor sozialer Ausgrenzung
Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), betont, dass diese Entwicklung die Gefahr berge, Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln auszuschließen. Sie fordert, Bargeld als Zahlungsoption zu erhalten, um soziale Spaltung zu verhindern. Verbraucherorganisationen drängen auf klare gesetzliche Regelungen, wann Unternehmen Bargeld ablehnen dürfen – Ausnahmen sollten demnach selten und gut begründet sein.
Zwar empfinden viele Verbraucher Kartenzahlungen oder Mobile Payment als praktischer, doch in den meisten Geschäften, bei Dienstleistern und Behörden wird Bargeld nach wie vor weitgehend akzeptiert. Dennoch kämpfen einige damit, mit dem Wandel Schritt zu halten.
Die Debatte um die Zukunft des Bargelds
Der Rückgang der Bargeldakzeptanz verändert, wie die Deutschen für Waren und Dienstleistungen bezahlen. Angesichts der Tatsache, dass 15 bis 20 Prozent der Kassen Banknoten ablehnen, fordern Verbraucherschützer die Wirtschaft auf, Bargeld als Option zu erhalten. Die Diskussion zeigt: Es gilt, einen Ausgleich zu finden zwischen Bequemlichkeit und der Gewährleistung, dass in einer zunehmend digitalen Wirtschaft niemand abgehängt wird.






