Asylanträge in Deutschland sinken – doch warum wirklich?
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang folgt auf eine Reihe von politischen Maßnahmen, darunter umstrittene Zurückweisungen an den Binnengrenzen. Der Migrationsexperte Gerald Knaus stellt nun die Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit dieser Schritte infrage.
Die Praxis der Zurückweisungen begann im Mai 2025 und richtete sich gegen Asylsuchende, die aus Österreich, Polen und der Schweiz einreisten. Ursprünglich war der Vorschlag bereits 2015 von der rechtspopulistischen AfD gekommen. Trotz der Umsetzung zeigt die Maßnahme jedoch kaum greifbare Erfolge.
Der Migrationsforscher Gerald Knaus argumentiert, dass der Rückgang der Anträge vor allem auf die Entwicklungen in Syrien zurückzuführen sei. Der Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 habe die Vertreibungen verringert, sodass weniger Menschen Schutz suchten. Zudem verstoße die Praxis der Zurückweisungen gegen EU-Recht und biete keine nachhaltige Lösung.
Vor 2024 hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller Syrier aufgenommen, die in der EU Schutz erhalten hatten. Nun verzeichnen beide Länder die stärksten Rückgänge bei neuen Asylanträgen.
Die Strategie der Zurückweisungen steht wegen ihrer begrenzten Wirkung und rechtlichen Bedenken in der Kritik. Trotz sinkender Asylzahlen bleiben Deutschland und Österreich am stärksten von dieser Entwicklung betroffen. Knaus sieht die eigentlichen Ursachen jedoch weniger in Grenzkontrollen als vielmehr im politischen Wandel in Syrien.






