Apotheker schließen bundesweit am 23. März – für faire Löhne im Protest
Lidia HartungApotheker schließen bundesweit am 23. März – für faire Löhne im Protest
Apotheker in ganz Deutschland bereiten Großdemo für den 23. März vor
Am 23. März wollen Apotheker bundesweit mit einer beispiellosen Protestaktion auf ihre Forderungen aufmerksam machen: Sie werden ihre Geschäfte schließen und Kundgebungen abhalten, um höhere Löhne für ihr Personal durchzusetzen. Bereits jetzt gibt es Konflikte mit den Krankenkassen – so wie im Fall des Apothekers Dr. Christian Fehske, der sich für faire Bezahlung einsetzt.
Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, hatte kürzlich den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) mit unbequemen Fragen konfrontiert. Er wies darauf hin, dass Reinigungskräfte bei der AOK mehr verdienen als erfahrene Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA). Zudem erkundigte er sich nach den finanziellen Folgen einer 7-prozentigen Gehaltserhöhung für AOK-Mitarbeiter, die jährlich rund 250 Millionen Euro kosten könnte.
Fehske beantragte sogar die Nutzung eines Fotos für Protestplakate – doch statt einer klaren Antwort erhielt er nur Absagen. Der GKV-Spitzenverband lehnte seinen Antrag ab und ignorierte seine Bedenken zur Lohnungerechtigkeit.
Laut dem aktuellen Tarifvertrag (2024–2026) verdienten PTA in den ersten beiden Berufsjahren etwa 2.419 Euro brutto monatlich. Pharmazeutische Kaufleute (PKA) kamen nach drei Jahren auf rund 2.405 Euro brutto, wobei die Gehälter regional zwischen 2.046 und 2.956 Euro schwankten. Die anstehenden Proteste richten sich gezielt gegen die Krankenkassen – nicht gegen politische Parteien wie die CDU oder Gesundheitsministerin Nina Warken.
Am 23. März werden Apotheker ihre Türen schließen und sich an zentralen Orten versammeln. Ihre Forderung ist klar: bessere Bezahlung für das Apothekenpersonal.
Mit den bundesweiten Schließungen wollen sie Druck auf die Krankenkassen ausüben, um fairere Lohnabschlüsse zu erzielen. Fehskes unbeantwortete Fragen zu Lohnungerechtigkeit und Kostenaspekten bleiben derweil offen. Die Proteste werden zeigen, ob die Branche durchsetzungsfähig genug ist, um spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten zu erkämpfen.






