03 April 2026, 14:27

Apothekensterben in Deutschland: Warum ländliche Regionen besonders leiden

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Flaschen und einer Spritze.

Apothekensterben in Deutschland: Warum ländliche Regionen besonders leiden

Apothekensterben in Deutschland: Zahl der Apotheken sinkt seit 13 Jahren drastisch – ländliche Regionen besonders betroffen

In den vergangenen 13 Jahren ist die Zahl der Apotheken in Deutschland stark zurückgegangen, wobei vor allem ländliche Regionen unter den Schließungen leiden. Ein aktueller Bericht der FinanzKommission Gesundheit zeigt, wie regulatorische Änderungen seit 2015 diesen Trend beschleunigt haben. Branchenvertreter haben nun zu den geplanten Reformen Stellung genommen – die Reaktionen auf den Entwurf des neuen Apothekengesetzes fallen gemischt aus.

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Besonders deutlich wurde der Rückgang nach Inkrafttreten des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes (AVStärkG) im Jahr 2015. Das Gesetz lockerte die Vorschriften für Sonderbelieferungen, was eine Welle von Apotheken-Schließungen auslöste, vor allem in dünn besiedelten Gebieten. Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), erkannte zwar die problematische Entwicklung an, unterstützte aber grundsätzlich die Stoßrichtung des aktuellen Gesetzesentwurfs.

Bei einer kürzlichen Fachdebatte brachten Vertreter der Branche ihre Bedenken vor. Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband warnte, dass eine Erhöhung der Festbetragsvergütung für Apotheken die Kosten um bis zu eine Milliarde Euro in die Höhe treiben könnte. Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband forderte hingegen schärfere Kontrollen für Logistikunternehmen, um eine sachgerechte Lagerung und den Transport von Arzneimitteln zu gewährleisten.

Andere Teilnehmer konzentrierten sich auf konkrete Reformvorschläge. Bork Bretthauer von Pro Generika lobte zwar die zuverlässige Versorgung mit Biosimilars, sprach sich aber für ein Verbot von Exklusivverträgen aus. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte Pläne für eine Vertretungsregelung in Apotheken ohne zusätzliche Qualifizierung ab. Ulrich Langenberg, Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik bei der Bundesärztekammer (BÄK), lehnte die Freigabe verschreibungspflichtiger Medikamente für den rezeptfreien Verkauf entschieden ab.

Trotz der Schließungen betonte Iris an der Heiden vom IGES-Institut, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Apothekenleistungen bisher nicht schlechter geworden sei. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte für eine Reform der Erstattungsregeln bei Rezepturarzneimitteln. Preis hingegen begrüßte den Vorschlag, die Festbetragsvergütung über eine begleitende Verordnung anzuheben.

Der Gesetzesentwurf hat eine kontroverse Debatte unter den Akteuren des Gesundheitswesens ausgelöst. Während einige Maßnahmen auf Zustimmung stoßen, gibt es gegen andere erhebliche Widerstände. Zwar bleibt die Apothekenversorgung vorerst stabil – doch die finanziellen und regulatorischen Folgen der geplanten Änderungen werden die Zukunft der Branche maßgeblich prägen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie die widerstreitenden Interessen in Einklang gebracht werden können.

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