Apothekensterben in Deutschland: Warum ganze Gemeinden plötzlich ohne Medikamente dastehen
Ekkehard ScheelApothekensterben in Deutschland: Warum ganze Gemeinden plötzlich ohne Medikamente dastehen
In den vergangenen Jahren haben in Deutschland Hunderte Apotheken geschlossen, sodass ganze Gemeinden keinen einfachen Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsdienstleistungen mehr haben. Zwischen 2020 und 2025 sank die Zahl der aktiven Apotheken von etwa 18.000–19.000 auf nur noch 16.601 – und die Schließungen beschleunigen sich sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. Experten warnen nun, dass ohne Gegenmaßnahmen das verbleibende Netz zusammenbrechen könnte, was die zuverlässige lokale Versorgung gefährdet.
Der Rückgang ist dramatisch: Im Juli 2024 gab es in Deutschland noch 17.288 Apotheken, doch bis Ende 2025 reduzierte sich diese Zahl auf 16.601. Allein in Thüringen schlossen 2025 dreizehn Apotheken – ein Beispiel für den bundesweiten Trend. Landrat Klaus Peter Schellhaas setzt sich seit Jahren für die Stärkung der Gesundheitsversorgung im Kreis Darmstadt-Dieburg ein und hat zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) eingerichtet, um den Zugang zu verbessern. Dank seiner Arbeit und eines gut ausgebauten Apothekennetzes erhalten die Bürger hier schnelle, persönliche Behandlungen ohne bürokratische Hürden.
Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, betont, wie entscheidend ein stabiles Apothekensystem ist, um die medizinische Grundversorgung vor Ort zu sichern. Wenn eine Apotheke plötzlich schließt, haben die Menschen sofort Probleme – und das darf nicht noch einmal passieren. Die SPD-Kandidatin Christel Sprößler unterstützt Schellhaas' Ansatz und schlägt vor, Apotheken in neue MVZ zu integrieren, um ihre Zukunft zu sichern.
Doch die Welle der Schließungen droht, jahrelange Fortschritte zunichtezumachen. Ohne stabile Finanzierung und politische Unterstützung könnte die tragende Struktur der Apothekenversorgung ins Wanken geraten und Versorgungslücken hinterlassen. Ein zuverlässiges Netz aus Apotheken und medizinischen Zentren war stets das Ergebnis konsequenter Arbeit – doch sein Fortbestand hängt nun von schnellem, gemeinschaftlichem Handeln ab.
Der Verlust von über 1.000 Apotheken seit 2020 zeigt eine wachsende Krise in der lokalen Gesundheitsversorgung. Wenn die Schließungen so weitergehen, könnten Bürger künftig Schwierigkeiten haben, in ihrer Nähe medizinische Hilfe zu finden. Behörden und Politiker müssen jetzt handeln, um das verbleibende Netz zu stabilisieren, bevor weitere Gemeinden ohne essenzielle Dienstleistungen dastehen.






