Zwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden
Mia StollZwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden
Immer mehr ältere Menschen in Deutschland bleiben offline – trotz wachsender Bedeutung digitaler Kompetenzen
Fast ein Drittel der über 65-Jährigen nutzt das Internet selten oder nie, rund 2,8 Millionen leben sogar völlig ohne Online-Zugang. Diese digitale Kluft hat neue Initiativen angestoßen, um denen zu helfen, die mit der Technik nicht Schritt halten können.
Besonders in Niedersachsen sind Zehntausende betroffen – vor allem in ländlichen Regionen. Manche meiden das Internet komplett, andere fallen auf Online-Betrug herein, wie das Verbraucherzentrale des Landes berichtet. Friedrich Stubbe, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, warnt vor einer wachsenden „digitalen Mauer“, die ältere und unerfahrene Nutzer:innen isoliert.
Gegensteuern soll die Initiative „Digitales Wohngut“, die am 10. Oktober 2023 startete und älteren Menschen den Umgang mit digitalen Medien erleichtern will. Parallel hat die Braunschweiger Landessparkasse (BLSK) sowohl Online- als auch Präsenzangebote ausgebaut, um ältere Kund:innen besser zu erreichen. Die Bank fördert zudem generationenübergreifende Projekte und plant den Einsatz eines Banking-Busses, um abgelegene Gemeinden zu versorgen. Stubbe fordert einen Ausgleich zwischen analogen und digitalen Dienstleistungen: Ältere Generationen dürften nicht gezwungen werden, sich ausschließlich auf Technik zu verlassen – traditionelle Unterstützung müsse erhalten bleiben.
Digitale Kompetenzen werden immer wichtiger, um im Alltag selbstständig zu bleiben. Ohne passende Hilfsangebote drohen viele ältere Menschen unsicher und ausgeschlossen zu werden. Initiativen wie „Digitales Wohngut“ oder der mobile Service der BLSK sollen die Lücke schließen – damit in einer zunehmend digitalen Welt niemand zurückbleibt.
