Zementverbrauch in Deutschland auf historischem Tiefstand seit 1945
Der Zementverbrauch in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gesunken. Die Bauwirtschaft leidet unter schwacher Nachfrage, wobei sowohl private als auch öffentliche Projekte kaum an Fahrt gewinnen.
Aktuell liegt der Zementverbrauch rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020. Hohe Zinsen und steigende Kosten haben den privaten Wohnungsbau zum Erliegen gebracht. Auch öffentliche Infrastrukturvorhaben sowie Investitionen in Büros und Gewerbegebiete sind rückläufig.
Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, bezeichnete den Abschwung als eine „voll entwickelte Rezession“ für die Branche. Zwar wurden staatliche Mittel für die Infrastruktur bereitgestellt, doch bisher blieb der erhoffte Schub aus. Ein jüngster Anstieg der Baugenehmigungen um 10 Prozent deutet jedoch auf eine leichte Besserung hin.
Behörden rechnen damit, dass die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte anzieht, sobald die bewilligten Gelder wirken. Dennoch bleibt der Sektor unter Druck durch geringe Nachfrage und finanzielle Engpässe. Zementverbrauch und Bauaktivität befinden sich auf historisch niedrigem Niveau. Eine Erholung könnte sich gegen Ende 2024 abzeichnen – vorausgesetzt, die öffentlichen Ausgaben und Genehmigungen schlagen sich in tatsächlichen Bauvorhaben nieder.
