Wirtschaftsexpertin fordert Streichung der gesenkten Gastronomie-Mehrwertsteuer
Mia StollWirtschaftsexpertin fordert Streichung der gesenkten Gastronomie-Mehrwertsteuer
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat die Bundesregierung aufgefordert, die gesenkte Mehrwertsteuer für die Gastronomie rückgängig zu machen. Die zu Jahresbeginn eingeführte Maßnahme habe ländliche Gasthäuser nicht wie beabsichtigt unterstützt, sondern vor allem großen Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King genutzt.
Die Bundesregierung hatte die sogenannte „Gaststättensteuer“ gesenkt, um kleineren Betrieben zu helfen. Doch die Regelung kostet den Staat mittlerweile rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr. Schnitzer argumentiert, dass die erhoffte Entlastung für lokale Gaststätten ausgeblieben sei.
Als Wirtschaftsprofessorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München fordert sie mutige Reformen. Sie warnt, Deutschland lebe über seine Verhältnisse und müsse lang vernachlässigte Probleme angehen. Die Infrastruktur etwa sei durch jahrelange Unterinvestitionen marode geworden.
Zudem äußerte Schnitzer Zweifel an einem möglichen Konjunkturaufschwung durch ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Sie verwies auf die Gefahr, dass Deutschland im Bereich der künstlichen Intelligenz den Anschluss verpasse. Positiv bewertete sie hingegen die Pläne der Koalition, Subventionen schrittweise abzubauen – etwa den Steuerbonus für Dieselkraftstoff.
Die reduzierte Mehrwertsteuer habe sich als teuer und wirkungslos für die eigentlichen Zielgruppen erwiesen. Schnitzers Empfehlungen zielen darauf ab, unproduktive Politiken zu korrigieren und strukturelle Schwächen zu beheben. Die Regierung steht nun unter Druck, auf diese wirtschaftlichen Herausforderungen zu reagieren.






