Spalte 'Das Gefühl der Woche', dieses Mal: Raus ins Schneegewirbel! - Winterchaos bringt Deutschland zum Spielen – und zum Stillstand
Eine dicke Schneedecke hat weite Teile Deutschlands in eine Winterlandschaft verwandelt – und Straßen in Spielplätze verwandelt. Das ungewöhnliche Schauspiel weckt kindliche Freude, lässt Menschen ihre Alltagsroutinen vergessen und stattdessen zu Schneeballschlachten oder spontanem Herumtollen greifen. Selbst die Autorin dieses Textes gesteht, dass sie am liebsten hinausstürmen und Engel in den Schnee malen würde.
Der starke Schneefall hat in mehreren Regionen den Alltag durcheinandergebracht. Schulen in Hamburg und Niedersachsen blieben am Freitag geschlossen, bescherte den Schülerinnen und Schülern damit einen unerwarteten freien Tag. Der ADAC rät Autofahrern, wo möglich im Homeoffice zu arbeiten, da viele Straßen weiterhin rutschig und gefährlich sind.
Der Schnee hat bei vielen den Spieltrieb geweckt. Händler in der Straße einer Kollegin wurden dabei beobachtet, wie sie sich mit Schneebällen bewarfen, während der jüngste Sohn der Autorin einst grübelte, ob eine einzelne Schneeflocke allein zu Boden schweben könne – oder ob sie dazu andere brauche. Die Autorin selbst hat sich dem Treiben hingegeben, hat Schneeengel geformt und Skulpturen gebaut, eine Tätigkeit, die sie als befreiend für Körper und Geist empfindet. Dieser spielerische Geist passt zu den Empfehlungen des Arztes und Komikers Eckart von Hirschhausen, der mehr Spiel im Alltag als Mittel zur Stärkung der psychischen Gesundheit propagiert. Für die Autorin ist das ein passender Auftakt ins Jahr 2026 – ein Plädoyer dafür, öfter Risiken einzugehen und ein bisschen zu provozieren. Währenddessen wagt auch Musiker Gustav Schäfer, Schlagzeuger von Tokio Hotel, einen mutigen Schritt: Er tauscht die Drumsticks gegen Tanzschuhe und wird 2026 bei Let’s Dance antreten – ein kompletter Karrierewechsel, der ihn körperlich wie mental herausfordert.
Der Schnee schenkt eine seltene Gelegenheit, innezuhalten und zu spielen – mit geschlossenen Schulen und angepassten Arbeitsabläufen. Für manche, wie die Autorin, ist es eine Erinnerung daran, Gewohnheiten zu durchbrechen und frische Spuren zu hinterlassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob durch Schneeengel oder einen Berufswechsel: Die Botschaft ist klar: Ein bisschen Spiel kann viel bewegen.
